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Soll ich dir die Gegend zeigen,Mußt dn erst das Dach besteigen.
West-östUcher Dlvcm.
Wer schweigt, hat wenig zu sorgen;
Der Mensch bleibt unter der Zunge verborgen.
Ein Herre mit zwei Gesmd,
Er wird nicht wohl gepflegt.
Ein Haus, worin zwei Weiber sind,Es wird nicht rein gefegt.
Ihr lieben Leute, bleibt dabei,
Und sagt nur: Autos epha!
Was sagt ihr lange Mann und Weib,Adam, so heißt's, und Eva.
Wofür ich Allah höchlich danke?
Daß er Leiden und Wissen getrennt.Verzweifeln müßte jeder Kranke,
Das Uebel kennend, wie der Arzt es kennt.
Närrisch, daß jeder in seinem FalleSeine besondere Meinung preist!Wenn Islam Gott ergeben heißt,
In Islam leben und sterben wir alle.
Wer aus die Welt kommt, baut ein neues HausEr geht und läßt es einem zweiten.
Der wird sich's anders zubereiten,
Und niemand baut es aus.
Wer in mein Haus tritt, der kann schelten,Was ich ließ viele Jahre gelten;
Vor der Thür' aber müßt' er Passen,
Wenn ich ihn nicht wollte gelten lassen.
Herr, laß dir gefallenDieses kleine Hans!Größre kann man bauen,Mehr kommt nicht heraus.
Du bist auf immer geborgen!Das nimmt dir niemand wieder:Zwei Freunde, ohne Sorgen,Weinbecher, Büchlein Lieder.
„Was brachte Lokman nicht hervor,Den man den garst'gen hieß!"
Die Süßigkeit liegt nicht im Rohr,Der Zucker, der ist süß.
Herrlich ist der OrientUeber's Mittelmeer gedrungen;Nur wer Hafis liebt und kennt,Weiß, was Calderon gesungen.
„Was schmückst du die eine Hand denn nunWeit mehr, als ihr gebührte?"
Was sollte denn die linke thun,
Wenn sie die rechte nicht zierte?
Wenn man auch nach Mecca triebeChristus' Esel, würd' er nichtDadurch besser abgericht,
Sondern stets ein Esel bliebe.
Getretner QuarkWird breit, nicht stark.
Schlägst du ihn aber mit GewaltIn feste Form, er nimmt Gestalt.Dergleichen Steine wirst du kennen,Europäer Pise sie nennen.
Betrübt euch nicht, ihr guten Seelen!
Denn wer nicht fehlt, weiß wohl, wenn Andre fehlen;Allein wer fehlt, der ist erst recht daran,
Er weiß nun deutlich, wie sie wohl gethan.
Du hast gar vielen nicht gedankt,Die dir so manches Gute gegeben!Darüber bin ich nicht erkrankt,Ihre Gaben mir im Herzen leben.
Guten Ruf mußt du dir machen,Unterscheiden wohl die Sachen;Wer was weiter will, verdirbt.
Die Fluth der Leidenschaft sie stürmt vergebensAn's unbezwungne feste Land.
Sie wirft poetische Perlen an den Strand,
Und das ist schon Gewinn des Lebens.