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West-östlichcr Diva».
Suleika.
Die Sonne kommt! Ein Prachterscheinen!Der Sichelmond umklammert sie.
Wer konnte solch ein Paar vereinen?
Dieß Räthsel, wie erklärt sich's? wie?
Hlitem.
Der Sultan konnt' es, er vermählteDas allerhöchste Weltenpaar,
Um zu bezeichnen Anserwählte,
Die Tapfersten der treuen Schaar.
Auch sey's ein Bild von unsrer Wonne!Schon seh' ich wieder mich und dich,
Du nennst mich, Liebchen, deine Sonne,Komm, süßer Mond, nmklammre mich!
Komm, Liebchen, komm! umwinde mir die Mütze!Aus deiner Hand nur ist der Duldend schön.
Hat Abbas doch, auf Jran's höchstem Sitze,
Sein Haupt nicht zierlicher umwinden sehn!
Ein Duldend war das Band, das AlexandernIn Schleifen schön vom Haupte fiel,
Und allen Folgeherrschern, jenen Andern,
Als Königszierde wohl gefiel.
Ein Duldend ist's, der unsern Kaiser schmücket,
Sie nennen's Krone. Name geht wohl hin!
Juwel und Perle! seh das Aug' entzücket!
Der schönste Schmuck ist stets der Musselin.
Und diesen hier, ganz rein und silberstreifig,Umwinde, Liebchen, um die Stirn umher.
Was ist denn Hoheit? Mir ist sie geläufig!
Du schaust mich an, ich bin so groß als Er.
Nur wenig ist's, was ich verlange,Weil eben alles mir gefällt,
Und dieses Wenige, wie lange,
Giebt mir gefällig schon die Welt!
Oft sitz' ich heiter in der SchenkeUnd heiter im beschränkten Haus;Allein sobald ich dein gedenke,
Dehnt sich mein Geist erobernd aus.
Dir sollten Timur's Reiche dienen,Gehorchen sein gebietend Heer,Badakschan zollte dir Rubinen,Türkisse das Hhrkanische Meer.
Getrocknet honigsüße FrüchteVon Bokhara, dem Sonnenland,Und tausend liebliche GedichteAuf Seidenblatt von Samarkand.
Da solltest du mit Freude lesen,
Was ich von Ormus dir verschrieb,Und wie das ganze HandelswesenSich nur bewegte dir zu lieb.
Wie in dem Lande der BramanenViel tausend Finger sich bemüht,
Daß alle Pracht der JndostanenFür dich auf Woll' und Seide blüht.
Ja, zu Verherrlichung der Lieben,Gießbäche Soumelpours durchwühlt,Aus Erde, Grus, Gerill, GeschiebenDir Diamanten ausgespült.
Wie Taucherschaar verwegner MännerDer Perle Schatz dem Golf entriß,Darauf ein Divan scharfer KennerSie dir zu reihen sich befliß.
Wenn nun Bassora noch das Letzte,Gewürz und Weihrauch, beigethan,Bringt alles, was die Welt ergötzte,Die Caravans dir heran.
Doch alle diese KaisergüterVerwirrten doch zuletzt den Blick;
Und wahrhaft liebende GemütherEins nur im andern fühlt sein Glück.
Hätt' ich irgend wohl Bedenken,Balch, Bokhara, Samarkand,
Süßes Liebchen, dir zu schenken,Dieser Städte Rausch und Tand?
Aber frag' einmal den Kaiser,
Ob er dir die Städte giebt?
Er ist herrlicher und weiser;
Doch er weiß nicht, wie man liebt.
Herrscher, zu dergleichen GabenNimmermehr bestimmst du dich lSolch ein Mädchen muß man haben,Und ein Bettler seyn wie ich.
Än Suleika.
Süßes Kind, die Perlenreihen,
Wie ich irgend nur vermochte,
Wollte traulich dir verleihenAls der Liebe Lampendochte.
Und nun kommst du, hast ein ZeichenDran gehängt, das, unter allenDen Abraxas seines Gleichen,
Mir am schlechtsten will gefallen.