Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
Entstehung
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Philostrats Gewillte und Antik und Modern.

und fördert, giebt zu den mannichfaltigsten, anmuthigstenDarstellungen Anlaß.

Der Jüngling, der Mann, der Greis sey von diesem hohenLebensgenuß nicht ausgeschlossen! Mercur, der einen Knabeneilig wegträgt und, zurückgewendet, ihn freundlich betrachtet,Hercules und Telephus, den wir schon gerühmt, Chirou undAchill, Phönix und Achill, Pan und Olympus, Niobes Knabeund der ihn vor den Pfeilen des Apoll schützende Pädagog,und was sonst noch Väterliches und Lehrhaftes dieser Art ge-funden werden kann, geben köstliche kunstgerechte und zugleichden sittlichen Sinn rein ansprechende Bilder.

Das Höchste dieser Art vielleicht ist Simeon, entzückt überdas ihm dargebrachte Jesuskind. Ein schön motivirtes Bilddavon ist uns vorgekommen. Der Priester überläßt sich seinemprophetischen Entzücken; das Kind, gleichsam davon erregt,wendet sich von ihm ab, und indem es naiv die Hand aus-streckt, scheint es die Gemeinde zu segnen. Die knieendeMutter biegt sich vor und breitet die Arme aus, den Wunder-knaben wieder zu empfangen. Die reiche Umgebung erlaubt,von den ernst betrachtenden Priestern und Leviten bis zurgleichgültigsten Gegenwart Geschenke tragender Kinder, einevollkommene Stufenreihe darzustellen. Glücklicherweise hatRaphael diesen Gegenstand nicht behandelt, und so bleibt demKünstler die Gelegenheit, ohne Vorbild nach dem Höchsten zustreben.

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