Deutsche Literatur.
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Von 1790 bis 1810.
Beschwichtigt. Zart. Sich beschränkend. Ernst religiös.Patriotisch thätig. Intrigant. Spanische Cultur. Von Formsich entfernend.
Von 1810 bis 1820.
Malcontent. Determinirt. Tüchtig. Herrschsiichtig. Zu-schreitend. Rcspectlos. Altdeutsch. Jn's Formlose strebend.
Neueste Epoche.
So mrnnichfaltig auch das Bestreben aller und jeder Künstein Deutschland seyn mag, in dem Grade daß man darüberetwas Näheres und Bestimmteres auszusprechen sich kaum ge-traute, so geht doch im ganzen eine gewisse Richtung durch,welche uns veranlaßt, die Epoche unserer gegenwärtigen Dicht-und Bildknnst jener zweiten der Persischen Poesie zu vergleichen,in welcher sich Enw eri besonders hervorthat und die wir diee n k o m i a st i s ch e nennen dürfen.
Sowohl unmittelbar gegenwärtige Verdienste als kürzlichgeschiedene und längst dahingegangene werden gefeiert. Ge-burtstage lassen die Freunde nie unbegrüßt vorbei; silberneund goldene Hochzeiten geben Anlaß zu Festen, Lei Dienst-jubiläen erklärt sich der Staat selbst als Theilnehmer; beifünfzigjährigem Wiedereintritt einer akademischen Würde sindUniversitäten und Facultäten in Bewegung, und weil nun dielebhaftesten Segnungen auf Gesundheit, auf dauernden Ruhmund verlängertes Leben nicht ausbleiben dürfen, so fügt sich soschönen Prämissen als nothwendige Conclusion ein löblichesLr§o didsiriuZ hinzu.
Epoche der formten Talente.
Entsprang aus der philosophischen. Höhere theoretischeAnsichten wurden klar und allgemeiner. Die Nothwendigkeiteines entschiedenen Gehaltes, man nenne ihn Idee oder Begriff,ward allgemein anerkannt; daher konnte der Verstand sich indie Erfindung mischen, und wenn er den Gegenstand klug ent-wickelte, sich dünken, er dichte wirklich.
Hierzu gaben den ersten theoretischen Anstoß Schillers ^ästhetische Briefe in den Hören, seine Abhandlung über naiveund sentimentale Dichtkunst; kritisch und folglich Praktisch seineRecension über Bürger in der allgemeinen Literaturzeitung.
Die Gebrüder Schlegel theoretisirten und kritisirten imähnlichen Sinne; denn auch ihre Lehre, sowie ihr Streben,trat aus der Kantischen Philosophie hervor.
Dieß wäre die Ableitung dieser Epoche, was den Gehaltbetrifft.
Die äußere und letzte Form der Ausführung ward durcheine verbesserte Rhythmik sehr erleichtert. Voß, obgleich seineBemühungen mit Undank belohnt wurden, zerstörte lieber denEffect, den seine Arbeiten durch eine natürliche Behaglichkeitgemacht hatten, als daß er seinen Ueberzeugungen entsagt hätte.Demungeachtet aber war jedermann aufmerksam auf seineLehren und sein Beispiel; und so fand diese neue Epoche einengroßen Bortheil vor sich an einer verbesserten Rhythmik.
Außer diesem ahmte man Italiänische und Spanische Syl-bcnmaaße mit größerer Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit nach,
indem man die Octaven-, Terzinen- und Sonettform auch imDeutschen ausbildete. Die beiden Enden der Dichtkunst warenalso gegeben, entschiedener Gehalt dem Verstände, Technik demGeschmack, und nun erschien das sonderbare Phänomen, daßjedermann glaubte, diesen Zwischenraum ausfüllen und alsoPoet seyn zu können.
Die Philosophen begünstigten diesen Irrthum; denn nach-dem sie der Kunst einen so hohen Rang angewiesen, daß siesogar die Philosophie unter die Kunst gesetzt, so wollten siewenigstens persönlich jenes Vorrangs nicht entbehren und be-haupteten, jedermann, wenigstens der Philosoph, müsse einPoet seyn können, wenn er nur wolle. Durch diese Maximenwurde die Menge aufgefordert und die Masse der Dichtendennahm überhand.
Selbst Schiller, der ein wahrhaft poetisches Naturell hatte,dessen Geist sich aber zur Reflexion stark hinneigte und manches,was beim Dichter unbewußt und freiwillig entspringen soll,durch die Gewalt des Nachdenkens zwang, zog viele jungeLeute auf seinem Weg mit fort, die aber eigentlich nur seineSprache ihm nachlernen konnten.
Jene große Kluft aber zwischen dem gewählten Gegenständeund der letzten technischen Ausführung suchte man auf mancherleiWeise auszufüllen.
1) Durch religiöse Gesinnungen:
s) Christliche;
Pietistische und katholische.
d) Heidnische;
den Schicksalbcgriff.
e) Romantischeschloffen sich an n an.
2) Durch Kunstgegenstände nnd Gesinnungen:
a) Heidnische,
1>) Christliche.
Die letztem nehmen überhand; Poesie und bildende Kunstverderben einander Wechselsweise.
Epochen geselliger Lildung.
Niedergeschrieben bei Gelegenheit der Eröffnung des Weimarischen
LesemusenmS durch höchste Begünstigung, am LS. April 1831.
I.
In einer mehr oder weniger rohen Masse entstehen engeKreise gebildeter Menschen; die Verhältnisse sind die intimsten,man vertraut nur dem Freunde, man singt nur der Geliebten;alles hat ein häusliches Familienanseheu. Die Cirkel schließensich ab nach außen, und müssen es thun, weil sie in dem rohenElemente ihre Existenz zu sichern haben. Sie halten daherauch mit Vorliebe auf die Muttersprache: mau nennte mitRecht diese Epoche
die idyllische.
II.
Die engen Kreise vermehren sich und dehnen sich zugleichweiter aus; die innere Cirkulation wird lebhafter; den fremdenSprachen verweigert man die Einwirkung nicht; die Kreisebleiben abgesondert, aber nähern sich und lassen einander ge-währen. Ich würde diese Epoche nennen