Didaktischer The». 187
Raphaels,an ganzen Gemälden Correggios, der nieder-ländischen Schule, besonders des Rubens.
Streben zur Farbe.
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Ein Kunstwerk, schwarz und weiß, kann in der Malereiselten vorkommen. Einige Arbeiten von Polydor geben unsdavon Beispiele, so wie unsere Kupferstiche und geschabtenBlätter. Diese Arten, in so fern sie sich mit Formen und Hal-tung beschäftigen, sind schätzenswerth; allein sie haben wenigGefälliges für's Auge, indem sie nur durch eine gewaltsameAbstraktion entstehen.
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Wenn sich der Künstler seinem Gefühl überläßt, so meldetsich etwas Farbiges gleich. Sobald das Schwarze in's Bläu-liche fällt, entsteht eine Forderung des Gelben, das denn derKünstler instinctmäßig vertheilt, und theils rein in den Lich-tern, theils geröthct und beschmutzt als Braun in den Reflexen,zu Belebung des Ganzen anbringt, wie es ihm am räthlichsteuzu seyn scheint.
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Alle Arten von Camayen, oder Farbe in Farbe, laufendoch am Ende dahin hinaus, daß ein geforderter Gegensatzoder irgend eine farbige Wirkung angebracht wird. So hatPolydor in seinen schwarz und weißen Frescogemälden eingelbes Gefäß oder sonst etwas derart eingeführt.
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Ueberhaupt strebten die Menschen in der Kunst instinct-mäßig jederzeit nach Farbe. Man darf nur täglich beobachten,wie Zeichenlustige von Tusche oder schwarzer Kreide auf weißPapier zu farbigem Papier sich steigern, dann verschiedeneKreiden anwenden und endlich in's Pastell übergehen. Mansah in unsern Zeiten Gesichter, mit Silberstist gezeichnet, durchrothe Bäckchen belebt und mit farbigen Kleidern angethan; ja !Silhouetten in bunten Uniformen. Paolo Uccello maltefarbige Landschaften zu farblosen Figuren.
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Selbst die Bildhauerei der Alten konnte diesem Triebnicht widerstehen. Die Egypter strichen ihre Basreliefs an. DenStatuen gab man Augen mit farbigen Steinen. Zu marmor-nen Köpfen und Extremitäten fügte man porphyrne Gewänder,sowie man bunte Kalksinter zum Sturze der Brustbilder nahm.Die Jesuiten verfehlten nicht, ihren heiligen Aloysius in Romauf diese Weise zusammenzusetzen, und die neueste Bildhauereiunterscheidet das Fleisch durch eine Tinctur von den Gewändern.
Haltung.
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Wenn die Linearperspective die Abstufung der Gegenständein scheinbarer Größe durch Entfernung zeigt, so läßt uns dieLuftperspective die Abstufung der Gegenstände in mehr oderminderer Deutlichkeit durch Entfernung sehen.
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Ob wir zwar entfernte Gegenstände nach der Natur unseresAuges nicht so deutlich sehen als nähere, so ruht doch die Luft-
i Perspektive eigentlich auf dem wichtigen Satz, daß alle durch-sichtigen Mittel einigermaaßen trübe sind.
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Die Atmosphäre ist also immer mehr oder weniger trüb.Besonders zeigt sie diese Eigenschaft in den südlichen Gegendenbei hohem Barometerstand, trockenem Wetter und wolkenlosemHimmel, wo man eine sehr merkliche Abstufung wenig ausein-anderstchender Gegenstände beobachten kann.
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Im allgemeinen ist diese Erscheinung jedermann bekannt;der Maler hingegen sieht die Abstufung bei den geringsten Ab-ständen , oder glaubt sie zu sehen. Er stellt sie praktisch dar,indem er die Theile eines Körpers, z. B. eines völlig vorwärtsgekehrten Gesichtes, von einander abstuft. Hierbei behauptetBeleuchtung ihre Rechte. Diese kommt von der Seite in Be-tracht , sowie die Haltung von vorn nach der Tiefe zu.
C o l o r i t.
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Indem wir nunmehr zur Farbengebung übergehen, setzenwir voraus, daß der Maler überhaupt mit dem Entwurf unse-rer Farbenlehre bekannt sey, und sich gewisse Capitel und Ru-briken, die ihn vorzüglich berühren, wohl zu eigen gemachthabe: denn so wird er sich im Stande befinden, das Theere-tische sowohl als das Praktische, im Erkennen der Natur undim Anwenden auf die Kunst, mit Leichtigkeit zu behandeln.
Colorit des Orts.
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Die erste Erscheinung des Lolorits tritt in der Natur gleichmit der Haltung ein: denn die Luftperspective beruht auf derLehre von den trüben Mitteln. Wir sehen den Himmel, dieentfernten Gegenstände, ja die nahen Schatten blau. Zugleicherscheint uns das Leuchtende und Beleuchtete stufenweise gelbbis zur Purpurfarbe. In manchen Fällen tritt sogleich diephysiologische Forderung der Farben ein, und eine ganz farb-lose Landschaft wird durch diese mit und gegen einander wir-kenden Bestimmungen vor unserm Auge völlig farbig erscheinen.
Colorit der Gegenstände.
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Localfarben sind die allgemeinen Elementarfarben, abernach den Eigenschaften der Körper und ihrer Oberflächen, andenen wir sie gewahr werden, specificirt. Diese Specifikationgeht bis in's Unendliche.
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Es ist ein großer Unterschied, ob man gefärbte Seide oderWolle vor sich hat. Jede Art des Bereitens und Webensbringt schon Abweichungen hervor. Rauhigkeit, Glätte, Glanzkommen in Betrachtung.
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Es ist daher ein der Kunst sehr schädliches Vomrtheil, daßder gute Maler kein: Rücksicht auf den Stoff der Gewändernehmen, sondern nur immer gleichsam abstracte Falten malen