Museum
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Darum lasse ein Mann wenn nicht seine Ehe,doch seine Verlobung mit einer solchen Virtuvsintrennen, wenn er nicht Las eheliche Band — an-statt zu einem Venusgürtel — lieber zu einemStachelgürtel (lUlieiuiu) und Ehestrang gefloch-ten, tragen will. Der gedachte ehelustige Mannrechne Loch vorher genau nach, ich bitt' ihn, zu wievielen Stufen des weiblichen Göttersttzes er sich zu! versteigen getraue da ihn nicht nur schwarzgesärbtei Städte warnen , sondern auch der Lebenslauf und! Lebensflug seiner Verlobten selber, welche Män-i nerherzen nur von weitem genießen und verspei-j sen kann, etwan wie schwarze Maulbeeren, welchei man an großen Tafeln blos mit langen Steckna-^ dein zum Munde bringt, um sich die Finger nichtzu schwärzen. I» England sagt der Küster ge-wöhnlich hinter der Trauung: Amen Stand' ichhinter der gedachten: so würd' ich sagen: wurdedie sechste Bitte nicht erhört, so thu' man die sie-bente.
Gegenwärtiges las ich einst einer solchen Dirtu-ostn vor; da aber Weiber sich in jedem andernSpiegel leichter und schöner finde» als im Schwa-ben- yder Sachsen-Spiegel, oder anderem See-len-Spiegel: so sagte sie freundlich: »herrlichesWort zu seiner Zeit! Wüßten Sie, lieber Richter!^ wie viele Weiber dieser Art ich selber gekannt!
! Aber keiner davon konnt ich beibringen, daß sie! ja selber dazu gehöre.»
Menschen-Schwächen gegenMenschen.
n.
Es ist eine leben-verwirrende Gewohnheit, daßder Mensch sich das fremde Haffen viel lebhafterund öfter in das Herz hineinmalt, als Las fremdeLieben, daher er das eine stärker erwiedert als dasandere; so werden auch die Engel meistens nurklein und halb als Köpfchen mit Flügslchen vorge-malt; aber selten wirb ein halber Teufel gezeich- !net, der Satau tritt immer ganz auf; dazu noch !ausgesteuert mit Glieder-Außenwerken oder Rand- !gloffen von Horn, Huf und Schwanz. KeinWunder, daß ein armer Teufel lebhafter gehaßtwird, als das beste Engelkind geliebt.
! Hast du mit einem Freunde rein gebrochen: soI gib — nicht nur aus Menschenliebe, auch aus hei-j liger Scheu vor der Freundschaft - Leiche — ihm! kein Zeichen, kein Blatt, und ists möglich, keinenj Augenblick Gegenwart mehr von dir, weil die Zei-! chen voriger Wärme als die Zeichen jetziger Kälteunnütz und hart den Schmerz des Bruchs wieder-gebären. Der Mann verträgt viel leichter diekalte Gegenwart einer jeho feindlichen Geliebtenals die eines jetzv feindlichen Freundes, denn eineGeliebte kann durch eine andere ersetzt werden,aber kein Freund durch eine» andern.
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e.
Der erste Gedanke eines Menschen, der etwasnicht findet, ist der, man hab' es ihm gestohlen;und so häufig auch das bloss Verliere» und Ver-legen gegen das seltene Besiehlen vorkommt, soglaubt er doch das nächstem»! wieder an einenDieb.
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Das Ich gegen das Du. i
Wie viel das Ich von seinem Innersten dem iDu schuldig ist, stellen vorzüglich zwei Erfahrun-gen dar. Der, harte Eis - Schauder, womit uns iin der Einsamkeit eine vermeintliche Geisterer-scheinung mit den kalten Ringen einer Riesen-schlange umflicht und erstickt, löset sich zum Theilin warmes Leben auf, sobald nur ei» einzigerMensch, welcher doch nichts könnte, als höchstens !dem Sterben zusehen, neben uns steht und uns ;durch blvse Gegenwart mit Leben wärmt. Da- !her schon vor einem sogar fernen Menschenlaute !der Geister - Schauder so verschwindet, wie nach ider Sage vor dem eignen Worte ein gehobner >Geisterschatz. — Eine zweite Erscheinung ist: ^schwerlich geht ein tadelloser Mann (er müßte denn !einen dreifachen Panzer anhaben) Lurch den Feu- 'erregen einer ihn verachtenden, aushöhnenden !Menge ohne Brandschmerzen der Ehre und Sel-berachtung hindurch, wenn ihn kein Freund be-gleitet, welcher gleichsam sein zweites Selbstbe-wußtsein vorstellt. Aber an der Hand eines ^einzigen ihn ehrenden Menschen trotzt derselbeMann dem Gelächter eines Volks. So wnrde demerhabnen Sakrales das Aufstehen unter Aristo-phanes Wolken, welche dadurch für ihn nur alsStaubwolke» seines Triumphwagens aufstiegen,vielleicht durch die Nähe seiner Verehrer mehr er- !leichtert, als seine Kraft bedurfte. s
Ueber Weiber ^
Töchter, welche blos »vMNäter« erzogen werden,saugen so viel männlichen Geist ein, daß ich Lieb-habern derselben die strengste Prüfung anrathe, obsie selber genug davon besitzen, um den fremdensowohl zu leiden als zu leite».
b.
Ich habe oft mit Aergerniß gelesen, wie manunmännlich vor Weibern kniete, wen» man ihnen !rauben wollte, was nicht wieder zu erstatten ist. sIndeß find' ich es männlicher, wen» ich an den !Schlächter Lenke, der ebenfalls vor den Lämmer»und andern Opferthieren knieet, wenn er sie tödtenwill. — Michel Angela verpanzertc, wie bekannt,den Fuß seines berühmten Christus in der Miner-ven - Kirche mit Messing, damit das Kunstwerk isich nicht unter dem küssenden Anbeter abnützte-