Musrum.
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so lief mehr in unS.als um uns zu spielen, undunter allen Empfindungen von uns mehr geschaf-fen als empfangen zu werden scheint, beweisetdie schon angeführte Erfahrung, daß wir an ei-nem Singen und Flöten, das in immer weitereFerne verfließt, gerade mit dem gespanntestenOhre die letzten aussterbenden Töne von Außennicht von den nachsterbenden von Innen jvndernkönnen.
Selten treten ins Wachen Empfindbilder desAuges und des Ohres zugleich hinein; die meistenGespenster-Erscheinungen sind ohne Stimme unddie Gespenster - Klänge ohne Gestalt. Nur S w e-denbvrg sah und hörte zugleich die Empfindbilderin der lichten Gegenwart um sich, welche sonstim Dunkel des Traums ohne unser Verwundernso erscheinen, und so sprechen, wie wir es veran-stalte». Seine Erscheinungen enthalte» zwei Ei-genheiten mehr, als die Nicolaischen und andere,nämlich ihre bestimmten Reden und ihre ewigeWiederkehr bei völliger Ruhe der Gesundheit.Beides aber hat auch der Traum; und vor Ruhigenau Leib und Seele sind, wie schon bemerkt wor-den, öfter innere Gestalten außen aufgesprungen,al« vor Furchtsamen.
Die Empfindbilder des Fühlstnnes lind, seltsamgenug. Schein und Wahrheit zugleich. Wennnämlich, wie die medizinische Geschichte Beispieleliefert, auf den Hautstellen durch bloss scharfdahin gerichtete Gedanken von Verletzungen, die-se wirklich entstanden: so konnten nicht die Ge-fühlnerven einen Stoff zur Empfindung rückwärtsaus dem Gehirne abholen, um diesem eine wiederzuzuführen, sonder» das Empfindbild entstandund blieb im Gehirne, und alles Uebrige ist all-gemeine Nervenfolge, woran freilich endlich auchdie Gefühlnerven Antheil nehmen.
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Ueber denSchlasals negative und p o»itive Stärkung.
Der Schlaf ist schwerer zu erklären, als derTraum. Ich hab' es früher bewiesen ('), als ich es inWaltker'sjPhysivlogie wieder fand, daß der Schlafsowohl das Stärkbad des ganzen Körpers, oderauch der Muskeln — denn die unwillkürlichenarbeiten fort, und die willkürlichen erhole» sichvon der Ermüdung schon durch waches Ruhen —sondern die Erfrischung deS Gehirns ist, in sofern es in geistigem Dienste steht. Ich sage nichti» körperlichem; denn die Gehirnkugel im körper-lichen, als nährende Supxenkugel des Rückenmar-kes und aller fortthätigen Nerven desselben, mußihnen ja während ihrer Arbeit im Schlafe mitseinem beseelenden Hauche beistehen.
Keinem Körpertheile aber ist die Wiedergeburtder Kräfte unentbehrlicher, als dem Gehirne selber,das nicht blos als der geistige Koch und Arzt allerNerven und also aller Glieder dient, zugleich alsEin-nehmer und Ausgeber, sondern auch der nächste undeinzige Diener am Throne des Geistes ist; der un-aufhörliche Mittler zwischen ihm und den Sinnen-
C) Hcspe.uS, 4. Heft. Zweite Auflage. S. 21 . rc. sB.l.S. 6isj
nerven, und der leibliche Mitarbeiter an denunausgesetzten willkürlichen Arbeiten des Ich-Wovon soll nun das Gehirn lebe»? Etwa vondem sogenannten Nervengeiste, den es, als denüber den Wassern schwebenden Geist aus demausströmenden Blute abscheidet, und aufsaugt,um mit ihm die Nerven zu tränken? — AVerso gehört wenigstens zu dieser Abscheidunz undVerarbeitung der feinsten Flüssigkeit, die wir nur(und kaum) kennen, eine noch höhere Kraft, welcheauch ihrer Ergänzung bedarf.
Beschauen wir daher zwei Vorzeichen und Mit-zeichen des Schlafs, um in ihm die doppelte, dienegative und die positive Stärkung desGehirns zu entdecken.
Die negative Stärkung quillt aus dem frei-willigen Innehalten der geistigen Anspannung undfolglich der mitziehenden zerebralen (hirnigen).Nur der Geist hat die Kraft, plötzlich seine Kraftaufzuhalten, und aufzuschieben, so wie auch auf-zurufen — Der Mensch, der einzuschlafen sich ent-schließt, sagt zu sich: ich will jetzo weder Gedankenmehr fortbilden, noch Empfindungen anschauen,sondern mich, und meinen entwaffneten geistigenArm ganz dem weltlichen des Körpers überlassen.Eigentlich aber entscheidet mehr das freiwilligeAbwenden vom Denken hier als das vom Empfin-den. Denn im Finstern und Stummen und indem Leerraum aller Sinne (auch deS Gefühls,das bei einer Fortdauer ohne Wechsel keines mehrbleibt) würde sich der Geist, ohne den Entschlußzu eignen Denk-Pausen. doch noch wach erhalten,so wie er mitten im Sinnentreiben sich durch daswunderbare Innehalten seiner Gedankenjagd ein-zuschläfern vermöchte.
Es wird gar nicht genug betrachtet, daß unserEntschluß, die Vorstellungen nicht zu reihenund mithin zu schaffen — während das Entschlie-ßen und also das Vorstellen fortdauert — eineganz andere Reihe von Vorstellungen einläßt, anwelcher wir mitwirken, aber mehr empfangend alsbestimmend; jene erste und das mithelfende Ge-hirn beherrscht und richtet der Geist nach EinemPunkte; diese zweite ist die von den Gehirnkam-mern unter körperlichen Zufälligkeiten und fal-schen Lichtern verworren gespiegelte erste geisti-gere.
Würde das tägliche Nachtstück unseres Lebens,der Schlaf, eben nicht täglich erneuert: so würdeuns dieser flüchtige Doppelselbermord des Lei-^es und Geistes (mitten in allem Kraftblü-he» beider) blos durch ein kurzes Wollen alsWunder erscheinen. Die Allmacht des Willenserscheint vielleicht nicht stärker, wenn er demschwachen Körper Riesenstärke gibt, als wenn erdurch seine Selber-Abspannung den starken -umSchlafe entkräftet und betäubt.
Ist es unbedeutend, daß ein bloses Wollen oderein Gehenlassen die Sinne allmälich erstickt undertränkt und die gesündesten Augen und Oh-re» zu wahren blinden und tauben Schein-leichen macht ? Denn beweiset dieses nicht. Laßder Sinn früher vom Geiste Leben empfangen muß,eh' er ihm anderes bringen kann? — Die Sinnewerden durch Einschlafen nicht von Außen geschlos-sen (Ohr, Nase, Zunge und Fühlhaut haben keine