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Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke : Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden
Entstehung
Seite
8
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Friedensbogen und die Stille ringsum, und das unschuldigeMädchen im Grünen, und der tiefe, kühle, geborgene Erz-schacht?

Ist DeinDater zu Haus ?" sragte ich rasch das Kind,welches, bei meinem auffahrenden Tone noch mehr erschrocken,einen ganzen Schritt zurückwich.Nein," erwiderte sie,mißtrauisch zu mir herüberschielend.Kann ich hier inder Nähe verweilen, bis er zurückkommt?"Ach Gott,der ist mit den Anderen zu Bier gegangen, ich bin miteinem Paar Frauen und Kindern vielleicht ganz allein imOrte; will der Herr nicht lieber . . .?" Sie stockte, icherrieth weswegen.Sei Du ganz ruhig, mein Kind!"sagte ich zu ihr, so sanft ich nur vermochte.Ich werdeDir nichts zu Leide thun. Vergönne mir nur, daß ichmein Pferd in Deinem Garten anbinde und selbst ausder Bank drinnen ein wenig ausruhe, bis Dein Vateraus dem Dorfe zurückkommt."

Die Geängstigte schien wenig Lust zu haben, mirmeine Bitte zu gewähren, und doch nicht den Muth, michabzuweisen. Rathlos stand sie da, die Hände verlegenim Schooße haltend, dem Weinen nahe. Ich erzählte ihrin dem beweglichsten Tone, wie ich drei Tage und dreiNächte ohne ordentliche Ruhe geritten sei, wie mir nundie Kraft versage und wie ich umkommen müßte, wennsie mich von ihrer Schwelle zurückstieße. Das weiblicheMitleid regte sich in ihr; sie betrachtete mich vom Scheitelbis zur Zeh'.Du lieber Gott!" seufzte sie,drei Tageund drei Nächte!" Hierauf öffnete sie die schmale Garten-thür, und ich trat, mein Pferd am Zügel nachziehend, zuihr ein. Die alte Furcht war aber immer noch nicht ganz