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In der niedrigen Hausthür verschwand sie, mich intiefen Gedanken zurücklassend. Der Abend dunkelte mächtigin das Thal hinein, und eine Doppelstille, des Landesund des Sabbathes, lag mit grauen Fittigen eng aus demGärtlein und seinen nächsten Umgebungen. Die Grillesang im Grase, und von den Bäumen träufelte, wind-geschüttelt, glühender Sprühregen. In meiner Seele reifteein großer Entschluß. „Döreken," sagte ich, als dasMädchen singend wieder in den Garten trat, „Döreken,ich will bei Euch bleiben / will Bergmann werden, wieDein Vater!" Sie schüttelte die blonden, natürlich ge-kräuselten Haare. „Mit solchen Händen," sagte sie, „undmit so seinem Weißzeug, als der Herr da anhat, wirdman sein Lebtag kein Bergmann. Auch kann man janicht in die Grube reiten," fügte sie lachend hinzu, aufmein Roß deutend, das, gänzlich von mir vergessen, sich'sim Garten bequem gemacht hatte, wie daheim im Stalle.Sie verstand mich nicht, als ich in meiner Weise michüber den Segen ihres Lebens ausließ; die Worte flössenmir wie warme, eben dem Herzen entquollene Bluts-tropfen von den Lippen, und sie sah mich verwundertdazu an, weil sie ja die Wunden nicht kannte, aus denensie sprudelten, deren Brand und Schmach ich hier zu ver-graben dachte. „Ja, hübsch ist's Wohl bei uns," meintesie, „und absonderlich still; aber auch ein saurer Dienst."Wir saßen neben einander aus einer hölzernen Garten-bank. Döreken hatte Feierabend gemacht, weil's Sonntagsei, und wahrhaftig! zum ersten Male seit meiner MutterTode ward ich dessen an ihrer Seite so recht inne undvoll. Sie hatte mir eben ein Lied begonnen von den