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Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke : Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden
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nachdem die Thüre hinter ihr zugefallen, trat sie zu meinerUeberraschung noch einmal ein und blieb eine Weile aufder Schwelle stehen.Dorthchen," so fragte ich sie endlich,willst Du von mir noch etwas?" Sie zitterte heftig, wie ichan dem Lichte, das ihre Linke trug, deutlich wahrnahm.Lieber Herr Felix," lispelte sie, kaum hörbar vor ihremhochfliegenden Athemzuge,bleiben Sie doch ja nicht beiuns, wie Sie drunten im Garten Wohl nur zum Spaßgesagt haben!" Sie sah mich mit einem unbeschreiblichenAusdruck von Bangigkeit und Bitte durchdringend anund ging langsam.

Ihre letzten Worte hatten mich tief erschüttert. Siehieß mich gehen, sie, die mich zuerst tröstlich ausgenommenhatte; ihr richtiges Gefühl raunte ihr zu, daß mein Fußnur zerstörend in die gleichförmigen Kreise ihres Lebenstreten könnte. O Gott, sollte ich denn, wohin ich kam,nur Verwirrung und Unheil unter Die bringen, so mirnahe sind? Das alte Leid meines Lebens brach vonNeuem in mir auf, in heftigster Bewegung warf ich mich,unentkleidet, wie ich war, auf das harte Bett und ver-suchte zu schlafen. Es gelang nicht. Mich störten diefremden Umgebungen oder die eigene Unruhe, der Brunnen,der im Hofe plätscherte, der schwere Schritt eines heim-kehrenden Bergmannes, das Geräusch des neu anfangen-den Regens in den Bäumen unter meinem Fenster. Un-muthig riß ich dieses auf, um hinauszuschauen. Tiefe,rabenschwarze Nacht draußen, worin die Tropfen zwischendem Laube wie Küsse flüsterten und der Wind wie Liebes-seuszer, eine Vermählungsfeier des Mais. Sterne schössenin schnellen Bahnen auf die stumme Erde herunter, unstät