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Ja, meine Damen! eine unschuldgie Boa, eine inResidenzen von gutem Tone ganz herabgekommene, pensto-nirte Boa. Und doch hatte sie in dem hessischen Hohl-wege noch Wunder gewirkt. Welche Betrachtungen ließensich nicht daran knüpfen!?
Statt dessen will ich Ihnen lieber im zweiten Theilemeiner wahrhaftigen Reisenovelle erzählen, wie die Boain den Hohlweg kam. Znm Belege dieses zweiten Theilskann ich Ihnen ein Paquet hessischer Akten und eine An-zeige aus dem Provinzial-Wochenblatte unter der Rubrik„Verlorene Gegenstände" vorlegen.
Nämlich:
Gegen die Mitte desselben Wintertages fuhr desselbenHohlweges eine elegante und bequeme Reisechaise, eben-falls mit zwei raschen Braunen bespannt. In demWagen saß ein junges Ehepaar, das erst am gestrigenAbend in der Residenz getraut worden war und den erstengemeinschaftlichen Ausflug in die Welt machen wollte.Die Frau hatte eine Boa um den Hals geschlungen, dieaber der Mann zuweilen in ihrem beschwerlichen Diensteablöste.
Der Weg von Kassel in die Welt führte zufälligdurch jene hessische Berggegend. Die jungen Eingesegnetenwaren in ihrem Gott vergnügt und sahen mit hellenBlicken in die von Schnee und Sonnenlicht glänzendeLandschaft hinaus. Vielleicht, daß ihnen im Wagen zuwarm geworden war und die Frau deswegen die Boaabgelegt, vielleicht, daß umgekehrt sie zu sehr gefroren undder Arm des Geliebten ein besserer Schutz gewesen, alsHannsens Pelzwurm. Genug, die Boa fiel aus dem