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Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke : Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden
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ein feierlicher Zug, bei der Hausthüre eintretend und durchdie Hinteren Gartenzimmer entlassen, bestattete manihn mit fürstlicher Pracht; nicht nur Hof und Hauptstadtfolgten, auch die Universität schloß sich an, die GarnisonrüÄe aus, wahrscheinlich so vermuthete unser getreuerKammerhusar weil der Herr Geheimderath ja dochauch eine Campagne unter Karl Augusten mitgemacht.Sonntags 'darauf predigte Röhr in der Stadtkirche überGoethe's letztes Wort:Mehr Licht!" eine Verherrlichung,welche nicht überall und zu allen Zeiten gewagt odergeduldet worden sein würde, wenigstens nicht ohne hef-tigen Widerspruch, sowohl gegen den Rationalismus desPfarrers, wie gegen das zweifelhafte Christenthum desGeschiedenen.

Von der Trauer, die mit der Todesbotschaft überganz Europa ging, mag es einen kennzeichnenden Begriffgeben, daß in einer nicht eben benachbarten Universitäts-stadt unsere Westphalen-Kneipe stumm auseinander ging,als derBierhannes" die Nummer des FrankfurterJournals hereinbrachte, welche Goethe's Ableben berichtete.Wir waren dazumal in allen Dingen recht grünes Holz;es ist indessen die Frage, ob das dürre, welches heutzu-tage die Jugend vorstellt, von einer ähnlichen Nachrichtebenso in Feuer gesetzt würde? Sie studirt telegraphischeDepeschen über den Weltfrieden mit Weiser Miene, mitbewaffnetem Auge; uns hat die Julirevolution nicht soblitzstrahlähnlich getroffen, wie der Ausruf:Donner-wetter, ihr Kerls, der alte Goethe ist gestorben!" DasSilentium daraus machte sich von selbst, es wollte keinWitz, kein Hospiz mehr ziehen, Einer nach dem Andern