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Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke : Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden
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war. Ich auf, die Gardinen weg, die Kirche mir gegen-über verschlafen angestarrt: neun Uhr, Glocken in langen,feierlich ausholenden Pulsen, Wallfahrende, so Männerwie Frauen, ein unabsehbarer Zug, die Letzten noch in derKirche, der Erste mit seinem Kreuz schon ganz oben inder Straße, und Alle singend, und Jeder in seinemTakt, in seiner Tonart, ein wirres Nach- und Durch-einander, Bürgergarden zu beiden Seiten, die die Flinten-kolben auf die Erde stoßen, Jungen, welche schreien,Mädchen, die aus den Fenstern lehnen, gelbe Svnnen-blicke über den Platz da hast Du in kräftigen Rissenmeinen Pfingstmontag:Eine Procession." Gestern, amSonntag, war's gerade so, nur daß die Geistlichkeit inhohem Ornate auch mitwallte, in gelben, flatterndenMeßgewanden, eine Fahne vor sich her.

Es hat seine Poesie," sprechen die Leute, welche daslesen. Ich empfand auch so, als ich die erste sah ausFronleichnam, den Bischof unter seinem Baldachin, be-grüßt von den Böllern am Thore, vom silbernen Klin-geln des Glöckleins, vom Geklirr der präsentirten Waffen.Allein mit der Zeit wächst Einem das Processiren überden Kopf. Ach, und wenn nur der Gesang nicht wäre,und inmitten des stattlichen Zuges die vielen stumpfen,zerstreuten, angetrunkenen Gesichter!

Meine freundliche Hausfrau meinte, das könne sobis gegen. Abend dauern.Heute ist Flurwallfahrt."sagte sie,da kommen sie von den Dörfern auch Alleherein." Ich blickte trostlos aus meine unglücklichenFenster. Und das mußte alles an mir vorüber; undwenn ich eben ruhig im Lehnstuhle saß und eine Zeile