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Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke : Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden
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war's nicht in Schirike? die Dir, wie Du behaupte-test, eine schlaflose Nacht gemacht hatten, während ich,ein Stockwerk unter Dir, auf der Ofenbank im Gast-zimmer eben so wenig schlief. Nach einer kleinen Stundestieg ich hinauf, sah dem Tanz eine Weile zu, versuchteselber einen Walzer, scheiterte aber gleich bei der erstenWendung, und zwar oben an der Decke, weil ich mir dasverwünschte Heben und Hüpfen, worüber Du mich so oftausgezankt hast, nicht abgewöhnen kann. Ich stand vonweiteren Exercitien ab, die Gefahr des Hirnschädelbrechenswar zu augenscheinlich. Das Schwert des Damokleshätte hier nicht einmal horizontal über meinem Haupteschweben können, so gering war der Zwischenraum zwi-schen diesem und der Fläche, die in der großen Welt einPlafond heißt.

Bemerkungen machen bei einer Bauernlustigkeit?Fast schämte ich mich. Und doch, Du hättest sehen sollen,wie das eine Mädchen mit dem weißbaumwollenen Hand-schuh ganz keck in das fließende Licht über ihrem Kamm griffund es, in Ermangelung einer Scheere, mit den Fingernputzte, damit es ihr nicht auf das Kleid träufle. Ob derBursche, dem sie Hand und Arm im Dreher tapferdrückte, noch am andern Morgen Spuren der Liebkosunggefunden hat?

Ich ging wieder hinunter. Ueberall Lärm, Musik.In einem Zimmer tranken die Bauern, im andern rauch-ten die Vornehmen: Förster, Pfarrer, Gerichtsleute ausder Gegend. Auch draußen im Dorfe war alles leben-dig, obschon eine frühe Nacht über der Schlucht lag, unddie Gestalt der Mflseburg, drohend oder schirmend, ich