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des heiligen Gangols noch, von dem die fromme Sagemeldet, er habe die wundertätige Kraft besessen, dieFrauen glücklich und die Mädchen unglücklich zu machen.Ob diese Legende mit der von einem Klausner, der dro-ben gehaust haben soll, — Franz nannte ihn den Milse-burger Hannes und erzählte viel schöne Stücklein vonihm, — in übernatürlichem Zusammenhange stehe, konnteich nicht ergründen. Faktisch ist, daß ein SchackauerAmtmann vor nicht undenklichen Zeiten, in einer sehrdelikaten Sache, eine junge Beklagte freisprach, weil siesich auf die Wunder des Gangolf-Brünnleins berief,gegen die ihre schwache Natur nichts vermöge.
Nach einer Stunde Steigens stand ich droben an derkleinen, dem Verfalle nahen Kapelle. Ein schneidenderWind pfiff über den blanken, schräg aufsteigenden Rückender Milseburg; an dem Kreuz, welches aus der höchstenSpitze, noch einige Schritte oberhalb der Kapelle steht,vermochte ich nur so lange auszuhalten, um mit erstarrtenFingern die Zeilen an Dich in mein Taschenbuch zukritzeln. Wär's hoher Sommer gewesen, hättest Du eineBlüthe aus der reichen Rhön-Flora erhalten sollen; alleinim Mai wächst in diesen Regionen noch nichts als grünes,fettes Moos und gemeine Schlüsselblumen.
Nicht wahr. Du willst keine genaue Beschreibung derAussicht von der Milseburg. willst nicht wissen, wie derBerg gen Nordnordost heißt und das Dörslein da drun-ten? Willst Du, so sende ich Dir Schneiders vortreffliche,naturhistorische Beschreibung des diesseitigen Rhöngebirges;darin findest Du nicht nur alle lateinischen Namen derdeutschen Blumen, und alle Schichten, Lagerungen und