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Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke : Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden
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Waldes steckt der Kern der Hermanntragödie, sondern inden Kaiserpalästen des Palatin, im Boudoir einer römi-schen Prinzessin oder Patrizierin, im Cabinet eines Augustei-schen Staatskanzlers. Dort wurde, durch den Gegensatz,Hermann ein Deutscher, wie Luther in den Mysterien desVatikans ein Protestant, wie ohne zu vergleichenunsere Flüchtlinge erst in der Verbannung, an den Wasser-bächen Babels, ihr heimisches Volksthum erkennen undlieben lernen. Deutschlands müde, Jtaliensüchtig, pilgernwir, einem überlieferten Herzweh folgend, über die Alpen.In dem Schatten der ersten Pinie umfängt uns derweiteste jener magischen Kreise, die sich immer enger,immer mächtiger um Hand und Fuß, um Auge und Ohr,Sinn und Geist schlingen, bis zum großen, leuchtendenMittelpunkt, der Kuppel von Sanct Peter. SchwacheSeelen, Conradine, verlieren in diesem Banne Kops undKrone, oder was sie sonst mitgebracht; die starken, dieHelden, eben die Hermänner und Luther, oder auch dieGoethe, die Mozart, die Cornelius kehren siegreich, gekrönt,verjüngend und verjüngt zurück. Das istder Zaubervon Rom ," ihn will derZauberer" verkörpern, versinn-lichen, verewigen, ihn, in seiner ganzen Herrlichkeit undVerderblichkeit. Schon um dieser nationalen Tendenz,um einer so Hochgreisenden Aufgabe und Anlage willenist das ein Werk, wie es wenige in der Literatur gibt,welches in der unsrigen seine Stelle behaupten, vielleichtdie rechte erst einnehmen wird, wenn ihrerseits die Welt-geschichte ihr römisches Problem gelöst hat."