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„Gestehen Sie zu," sagte sie, „daß auch der Zau-berer von Rom seine Wasserstationen hat, Lücken in derFabel, über welche uns irgend ein sauber gemaltes Genre-bild oder eine stimmungsvolle Landschaft hinweghelfen,wenn nicht täuschen soll. In der Hauptsache, der Er-findung, oder, wie Sie es technisch ausdrücken, in derKomposition bleibt der Roman, gleich jedem deutschen,zurück."
„Ich möchte," erwiderte ich hieraus, „nicht mißver-standen werden. Erfinden kann der Deutsche so gut wieder Franzose, der Engländer; er besitzt sogar mehr Phan-tasie als diese. Dichtet er nicht Mährchen, in denen dieungeheuerlichsten Dinge sich begeben? Aber der Roman istkein Mährchen; er hat eine andere Ausgabe, als nackteThatsachen zusammenzustellen. Sein Feld ist das Seelen-leben, die menschliche Natur, die volle Tiefe, der weitesteUmfang aller Leidenschaften. Auf diesem Felde, dem derPsychologie, der Karakteristik, ist der Deutsche Meister,ist der Zauberer von Rom ein Meisterwerk.
„Vergleichen wir uns doch, auch unter diesem Gesichts-punkte, mit unsern Nachbarn. Der Engländer gefällt sichin Excentricitäten, in Caricaturen, Sonderlingen, ja Miß-geburten, wie die Pickwickier von Boz. Der Franzosehängt im Gegentheil an der konventionellen Form; seinRoman schafft keine Menschen, nur Typen: t^xes <tumo^on ÜA6 bei Victor Hugo, t^xss äu äemi-monäe beiDumas Sohn, bei George Sand die komme meomxriss,bei Paul de Kock der betrogene Ehemann; — Typen überall,im Roman und im Drama, bis hinab in die Schablonen-malerei der kleinen Theater, welche, wie die alte italienische