Buch 
Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke : Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden
Entstehung
Seite
170
JPEG-Download
 

170

gutem Ernste, Sie für mich um diese reizende Hand bitten,welche Sie sowohl Roland wie Krafft versagen müssen,und gönnen Sie mir eine freundliche Antwort, wenn Siesich von dem Schreck über die drei Freier an einemMorgen erholt und Ihren großen Entschluß, von derBühne auf immer Abschied zu nehmen, zur That ge-macht haben."

Graf Wallenberg griff nach seinem Hut, er wollteaufbrechen. Seraphine winkte ihm, zu bleiben. Sie sprach:Entziehen Sie sich meinem Danke nicht, Herr Gras.Den schulde ich Ihnen zuerst für Ihr Vertrauen, das icherwidern werde; dann für Ihren Antrag, der, ehrenvollund schmeichelhaft an sich, für mich den besonderen Vorzughat, zu rascher Entscheidung über schwebende Lebensfragenmich zu nöthigen. An dem Scheidewege, an welchem ichangelangt bin, zwischen Sein und Nichtsein, Bühne undHaus, alter oder neuer Welt, da thut die Hand einesFührers, eines Freundes Wohl. Ich fasse die Ihrige mitZuversicht."Und behalten sie? Sagen Sie Ja,Seraphine!"Uebereilen wir nichts. Für heute mages genug sein an dem zweimaligen Nein, das ich Ihnenfür Herrn Krafft und ... für Roland zur Antwort gebe."In den Korb für Papa Krafft hoffe ich den Braut-kranz seiner Tochter legen zu können, zum Trost deswürdigen, alten Herrn, zum Heil unseres Freundes Roland.Welchen Bescheid aber habe ich auf meine eigene Anfragevon Ihnen zu erwarten?"Lassen Sie mir Zeit, biswenigstens meine hiesigen Verpflichtungen gelöst wordensind, und . . . bleiben Sie mir nahe in den Tagen desschweren Kampfes mit mir selbst."Diese Erlaubniß