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schloß, in steter Fehde mit den Nachbarn, auf Händengetragen von den Seimgen, denen er als ein vortrefflicherGutsherr, ein Laird von altem Schlage, in patriarchalischemRegiment vorstand. Wenn er seinen erblichen Sitz inder Pairskammer zu London einnahm, machte er demMinisterium eine ziemlich unfruchtbare, aber desto er-bittertere und hartnäckigere Opposition. Er haßte GrafDerby und Lord Palmerston mit gleicher Gluth, donnertegegen die Hochkirche und schwärmte, mit Kindeseinfaltund Greisenblindheit zumal, für eine unmögliche Selbst-ständigkeit Schottlands unter einem eigenen, rechtgläu-bigen König, für Herstellung der Clans, der Adelsvor-rechte, für Staats- und Gesellschaftsformen, die Mährchengeworden sind und niemals wieder zur Wirklichkeit werdenkönnen.
„Zwei Mal war er vermählt gewesen, ohne einenErben zu sehen. Seine stattlichen Besitzungen fielen,wenn er ohne männliche Nachkommenschaft verstarb, anVerwandte, zwar auch Schotten, aber protestantischerReligion und englischer Politik. Ein unerträglicher Ge-danke für ihn. Im sechzigsten Lebensjahre schritt er zueiner dritten Ehe. Vier Jahre später fühlte sich LadyMenteith gesegneten Leibes. Sein Jubel kannte keineGrenzen. Daß das Kind ein Knabe sein mußte, standüber jedem Zweifeln Die Halle von Menteith - Castlewurde nicht leer von Gästen, von Freudenfesten. Ausden entlegensten Gegenden stiegen sie herab, die Söhnedes Clans, um ihren Laird zu beglückwünschen, auf dieGesundheit des jungen Herrn zu trinken. Sein Namewar schon bestimmt: David, der Name der alten Könige