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Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke : Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden
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hatte die Botschaft auszurichten, daß Herr Profes, nein,er schluckte den Titel mühselig wieder hinunter daßHerr Roland schlechtweg gegen zwei Uhr bei demHerrn Grafen vorsprechen werde. Herr Hirsch Meyerstand in einer Fensternische, gleichsam auf dem Anstand;er Pflegte sich in diesem officiellen Revier, der Opposi-tionsmann, dann und wann auf politische Neuigkeitenwilddiebisch anzupirschen. Ein anderer Herr. im schwarzenLeibrock, war zum neunundvierzigsten Mal erschienen, sichzu erkundigen, ob der erwartete Orden noch nicht einge-troffen? An der Konsole lehnte ein verkanntes Erfinder-Genie, das Modell einer neuen Taucherglocke im Arm,auf das er, durch Wallenbergs Vermittelung, ein Patentvon dessen Regierung erwirken wollte. Zwei verschleierteDamen saßen auf dem mit bescheidenem Roßhaar über-zogenen Canape; sie brachten Empfehlungsschreiben derallervertraulichsten Gattung. Einige Subscribentensammler,ein blinder Flötenvirtuos mit seiner klassisch-decolletirtenAntigone, ein Photograph, der ein Museum des deutschenAdels in Porträts nach dem Leben herauszugeben beab-sichtigte, und ein Phrenolog, welcher zu Vorlesungen überseine Wissenschaft einlud, vollendeten die bunte Gesellschaft.

Seine Excellenz der Herr Minister!" kündigte derdienstthuende Lakai an, die Thür geräuschvoll und weitaufreißend. Der laute Ruf setzte die durch langes Harrenversteinerte Gruppe plötzlich in Bewegung. Die beidenDamen entschleierten sich, der Taucher wischte mit demSacktuch seine Glocke ab, Antigone versetzte dem Vatereinen kindlichen Rippenstoß, der Hirsch Meyer schoß ausseinem Versteck hervor. Graf Wallenberg neigte freund-

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