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Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke : Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden
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Throl die straffe Volksader; er glaubte zu verstehen,und Wallenbergs künstlich verworrener Vortrag bestärkteden Glauben, daß Seraphinens abschlägige Antwortdurch das erwachte Standesgefühl dictirt worden sei.Ihre bisherige Vertraulichkeit gegen ihn kam auf Rech-nung der Künstlerschast; die Sängerin wollte mit demMaler zwar verkehren, aber die geborene Dame nicht mitdem ungeborenen Proletarier. Sie wandte ihm und demThea ter zugleich den Rücken und zog sich zurück auf diekalten, spitzen Höhen de< Gesellschaft. Ade, schönerTraum, ade!

Der Diplomat fühlte, daß er, Fuß für Fuß, Terraingewann; als kluger Feldherr verfolgte er seinen Vortheil.Von^Kraffts Antrag erwähnte er nichts; hierzu hatte erkeine Vollmacht, und wo Discretion angezeigt schien, blieber verschwiegen wie das Grab. Allein durch ein rasches,kühnes Manöver vorwärts verbrannte er auch seineeigenen Schiffe.Ich gestehe dem Freund," sagte er mitnaiver Bonhomie,daß mein altes Interesse an demwunderbaren Weibe bei den überraschenden Enthüllungendes heutigen Morgens sich auf's Neue heftig geregt hat.Fast möchte ich Ihnen, lieber Roland, Ihre gestrige Frageum guten Rath jetzt zurückgeben. Was meinen Sie dazu,wenn ich für mich die Werbung aufnehme, welche Sie,nicht bloß auf Seraphinens Antwort, sondern auf meinenVorhalt über die Gefährlichkeit einer Künstler-Ehe, fallenlassen?"Ich verstehe," nickte Roland.Sie ver-stehen nicht oder falsch. Verdrängen wollte ich Sie nicht.Ehrlich und offen habe ich Ihres Auftrages an Seraphinenmich entledigt. Da sie meine Ansicht forderte, gab ich