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Vom Boudoir erhoben wir uns in das verschlosseneCabinet eines Diplomaten. Ein kühner Sprung und wirstehen auf der Spitze der socialen Pyramide: im Comp-toir. Welche Aussicht! Schwindel ergreift den Schwachen;das Eldorado, Kalifornien, das wahre Land der Ver-heißung, das gelobte Land, das Goldland liegt offenda. Zerknirscht sinken wir vor dem seuersesten Schrankim Kassenzimmer in den Staub; seid umschlungen,Millionen!
Krafftstraße, Nummer dreißig, lautet die bürgerlicheAdresse des Allerheiligsten. Unter der Krafftstraße habenwir uns nicht ein Armen-Viertel zu denken, ähnlich derFnggerei in Alt-Augsburg. Die Geldfürsten in dendeutschen Reichsstädten des Mittelalters stifteten Hüttenzu freien Wohnsitzen der Armuth, und wenn KaiserlicheMajestät als Gast an ihrem Herde weilte, zündeten siedem allzeit Mehrer des Reichs und Minderer seines eigenenGutes ein höchst wohlgefälliges Kaminfeuer aus seinenSchuldscheinen an. Die Großmächte der heutigen Börseverstehen sich besser auf den Geist der Zeit und ihre Auf-gabe. Auch sie machen ihren Souveränen mit Obli-gationen den Kopf warm, aber in einem figürlichen Sinn,und wenn sie sich aus Häuserbau einlassen, geschieht esnur in Speculation, Herr Hans Heinrich Krafft hattein diesem Artikel wie in anderen Unternehmungen einMeisterstück gemacht. Als die rasche Vergrößerung undVerschönerung der Residenz durch Abbruch eines unsauberenund winkeligen Stadttheiles im Mittelpunkt des Geschäfts-lebens ein weites Areal bloßlegte, kaufte ein strebsamerArchitekt den Grund und Boden, um auch einmal auf