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als lebten wir mitten in einer Revolution. Schämt ihrEuch nicht?" — Dumpfes Gemurmel lief durch die be-stürzten Reihen. — „Wenn Ihr Geschäfte mit mir machenwollt," fuhr der Kaufmann fort, „so lernt erst Zuchtund Ordnung. Habe ich Euren Besuch eingeladen?Brauche ich Euer Geld oder braucht Ihr meine Actien?Schickt Deputirte herauf, Eure Wünsche mir vorzutragen.Mit aufrührerischem Gesindel unterhandle ich nicht!" —Damit warf er beide Fensterflügel zu, daß die Scheibenklirrten, die Scherben hinunterfielen auf die Köpfe derActienstürmer. „Der Principal versteht mit dem Volkzu reden," sagte Heyboldt stolz zu Roland, dem stummenZeugen des sonderbaren Auftrittes. „Er spricht seineSprache. Auf eine zerbrochene Thür antwortet er miteinem zerbrochenen Fenster."
Mittlerweile war im Eilschritt, unter Trommel-wirbel, eine Compagnie Soldaten angerückt. Das Kom-mando der Officiere schmetterte durch die störrigen, stillwerdenden Volkshaufen: „Fällt das Gewehr! In Zügenrechts und links schwenkt! Vorwärts, marsch!" Hos undGänge wurden gesäubert, die Thüren besetzt; in derStraße staute sich, zurückgedrängt, die dumpf grollendeFluth. Beschämt und verlegen erschienen drei Abgeordneteund baten um Gehör hei Herrn Krafft. Der Kaufmannempfing sie wie ein Fürst, umgeben von seinem Hofstaat,inmitten seiner Commis, im großen Comptoir. DerWortführer begann: „Wir bitten um Vergebung, HerrKrafft, für das Vorgefallene." — „Pfui, daß Ihr unterruhige Bürger, zu einem friedlichen Geschäft Soldatenals Zeugen und Ordnungsstister herbeizieht." — „Es