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Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke : Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden
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Auch darauf, daß eines Tages ein Sturm, keiner dervon Ihnen gemachten, sondern einer von Gottes Zorn,die ganze papierene Herrlichkeit unserer Zeit über denHaufen bläst und die schaudererregende Ungleichheit unserersocialen Zustände aus ein allgemeines Nichts zurückführt?"Auf diesen jüngsten Tag wollen wir es getrost an-kommen lassen," lachte der Banquier und ergriff des Künst-lers Arm.Nun zu meiner Tochter,"' sagte er;siewird ängstlich sein um den Vater, ungeduldig auf denMeister." Sie gingen.

War es Zufall oder Absicht, daß Papa Krafft denkünftigen Schwiegersohn durch den zweiten Stock seinesHauses führte, denjenigen, in welchem die Kassenzimmergelegen sind? Düstere, unheimliche, luft- und lebloseZellen, die an Gleichförmigkeit den Comptoirs nichtsnachgeben und sie weit übertreffen an herzbeklemmendemEindruck. Hohe, mit grünen Woll-Vorhstngen inwendigverhüllte Gitter reichen vom staubigen Fußboden bis fastan die vom Qualm der Sicherheitslampen geschwärzteDecke. Es können so gut Thiere wie Menschen sich hinterden Gittern verbergen, man erblickt keins von beiden.Dagegen hört man überall die helle Stimme des Silbers,die vollere des Goldes. Es ist Sonnabend, also unruhigerZahltag, und die Stunde der Löhnung nahe. Darumwerden volle Säcke ausgeschüttet, leere Rollen gefüllt,festgestampft, versiegelt, überschrieben. Die Federn knirschenim zweiten Stock genau wie im ersten, und ebenso rauschtdas Papier, der Streusand, das umgeschlagene Blatt dergroßen Bücher voll schwarzer Ziffern und rother Linien.Zuweilen öffnet sich in den hohen Gittern ein niedriges