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Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke : Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden
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ordnung, welche im Hotel Krafft, und zwar in den beidenHälften desselben, herrschte, wurde empfindlich gestört.Diese Ordnung bestand darin, daß Armgard schon umacht Uhr Morgens, im Sommer um sieben, frisirt undangekleidet am Frühstückstisch im kleinen Speisezimmererschien, um mit dem Vater und mit Mrs. Henderson,Hofdame der Bankprinzessin, den Thee zu nehmen. PapaKrafft, ebenfalls schon in Schwarz oder Weiß für denganzen Tag fertig, trank Kaffee, ohne Zucker, einen ein-zigen Napf, in welchem handfeste Semmeln zu einemsteifen Brei gebrockt wurden, ein erstes Mahl, das an diegroßknechtische Vorzeit im Leben des Millionärs mahnte.Um zwölf Uhr, vor der Börse, wurde das einfache, hastigeMittagessen verzehrt, von Armgard beharrlich nur alsDejeuner bezeichnet; die sechste Stunde brachte dasAbendbrod, das sie Diner nannte. Und so alle Tage,mit Ausnahme großer Gelegenheiten und des bewußtenSonnabends. An diesem zog sich nach dem FrühstückHerr Krafft mit Armgard in den Wintergarten zurück,wo die Tochter den ersten Arbeiten ihres Tages, Fütternder Goldfische im Aquarium und der frei umherfliegendenSingvögel, nachzugehen Pflegte. Der Vater erklärtezuerst der Tochter ihre geheime Liebe für MeisterRoland. Sie fiel aus den Wolken. Hierauf fuhr erfort, seine eigenen Absichten aus eine zweite Ehe, mit derSängerin, nicht ohne Räuspern und Zögern, mitzutheilen;eine Neuigkeit, die für die kluge Tochter keine war, siejedoch nichts weniger als erfreulich berührte. Sie hattedas wachsende Wohlgefallen ihres Papas an der schönenKünstlerin längst bemerkt, ohne sich an den Gedanken