4
mit besonderen Ehren und besonderer Feierlichkeit nach Wüster-Hausen zu Gast zu laden. Die dienstliche Stellung desGenerals machte Berlin zu seinem Ausenthaltsort und hierwar es, wo seine einzige Tochter unter den Augen ihrerMutter eine für die damalige Zeit ungewöhnliche und viel-seitige Bildung erhielt, der selten glückliche Anlagen zu Hülsekamen. Besonders wird des jungen Mädchens hervorragendesTalent sür Musik erwähnt, das sie sowohl sür den Gesangwie als Pianistin künstlerisch ausbildete und selbst in derComposition nicht ohne Glück versuchte. Als Wahrzeichenihrer reichen Begabung sind uns ferner eine Menge Gedichteund Aussätze des verschiedensten Inhalts geblieben, die Zeugeneiner inneren Welt voll warmer Empfindung und ernstenStrebens.
Daneben kamen auch Talente zur Geltung, welchedas junge Mädchen zur bewunderten Hauptperson bei demLiebhaber-Theater und sogar bei den Ballets machten, dienicht selten am Hof aufgeführt wurden, wobei man sich aller-dings nicht die wilden Sprünge jetziger Charakter-Tänzevorstellen darf, sondern die graziösen Verschlingungen irgendeiner kunstreichen Menuett.
Nur ihre Kindheit fällt noch in die Regierungs - JahreFriedrich Wilhelms des Ersten, und scheint sie dieselbe zumTheil schon am Hof der Königin Sophie Dorothee zugebrachtzu haben, die ihre Mutter mit einer besonderen Vorliebebeehrte. Ohne eine dienstliche Stellung am Hos dieser Fürstinzu bekleiden, war die damalige Generalin von Pannewitzfast immer in deren Umgebung. Die Tochter sagt darüber