26
hatte mir sehr schöne Spitzen und 1000 Thaler geschenkt, umdafür mein Brautkleid, einen Weißen Moor mit silbernenBlättern, zu kaufen. Gleich nach der heiligen Handlungsollte ich mit meinem Mann abreisen, aber leider gab mandiesen Plan wieder auf und nichts blieb mir erspart. DerPrinz war in Verzweiflung; er hatte dennoch der Trauungbeiwohnen wollen, aber während derselben stürzte er ohn-mächtig zu Boden und mußte fortgetragen werden.
Nun war der entscheidende Schritt gethan und ich faßteden festen heiligen Entschluß, hinfort einzig und allein denPflichten gemäß zu handeln, zu denen das Jawort, das ichgesprochen hatte, mich verband.
Das Geleite sämmtlicher Personen, welche der Trauungbeigewohnt hatten, brachte mich im festlichen Zuge nach demHause meines Mannes und den andern Morgen kam derHos und die ganze Welt wiederum zu uns, um uns Glückzu wünschen. Dann folgte ein Diner bei meiner Mutterund folgenden Tages erst reiste mein Mann mit mir vonBerlin ab. —
H *
*
Es ist nicht ohne Interesse auch in den Worten einesZeitgenossen und wahrscheinlich Augenzeugen jener Vorgänge,des gelehrten Tbiäbault, dassrlbe, was die Heldin dieser trau-rigen Liebesgeschichte mit eigener Hand in dem Vorher-gehenden so einfach und schmucklos erzählt, wiederholt zufinden. In den: „Louveuirs üs vlngt aus äe sejour LBerlin", pur Hüebault heißt es Th. II. p. 52:
„Die Dame, welche dem Prinzen von Preußen eine so„heftige Neigung einflößte, war Fräulein von Pannewitz,