79
Courier; es war ein Feldjäger und er sagte uns, das Gefechthabe am 3., vorgestern, etwa Nachmittags 2 Uhr begonnenund bis tief in die Nacht hinein gedauert; unser Gewinndurch diesen Sieg sei ein unschätzbarer, auch habe der Königeine Menge Kanonen und Fahnen genommen und sehr vielGefangene gemacht. Der König selbst hatte ein paar Zeilenan Finkenstein geschrieben und gesagt, wir würden die ge-naueren Nachrichten in den nächsten Tagen erhalten. Derallgemeine Jubel war ganz unbeschreiblich; Gott wolle unsgeben, daß dieser glänzende Sieg glückliche entscheidendeFolgen haben möge. Von Todten hatten wir nur denGrafen Anhalt zu beweinen. Zu gleicher Zeit erfuhren wirauch das Ableben des Königs Georg II. von England, denam 25. des vorigen Monats ein Schlagfluß getroffen hat,als er eben seine Chocolade trank. Er war 77 Jahr alt.Dieser Fürst wird sehr vermißt und beweint werden undich fürchte, daß sein Hintritt auf unsere Angelegenheiteneinen äußerst verderblichen und ungünstigen Einfluß habenwird. Graf Finkenstein sagt zwar: nein; aber er ist einMinister und ein guter Diplomat, also will das, was ersagt, nicht viel bedeuten und läßt nicht weiter aus dasschließen, was er fürchtet und denkt.
7. November.
Der junge Cocceji der als Courier nach England gehtkam, um Abschied zu nehmen. Er sagte mir, die Schlachtbei Torgau sei für beide Theile, Freund und Feind, äußerstblutig gewesen; die Österreicher hätten an Todten, Ver-wundeten und Gefangenen im Ganzen 15,000 Mann ver-loren und wir nahe an 7000 Mann, — was leider ein sehrgroßer Verlust für uns ist! Die Damen der Prinzessin