222
schönes Geschenk, das Portrait des Königs in Bernstein,gefaßt, an einer Bernsteinkette. Um 3 Uhr ging es weiter,um 6 Uhr waren wir in Lauenburg; der Graf Gurowsky,der ein bischen wunderlich scheint, wollte die Majestät be-reden, bei ihm zu wohnen; aber es roch zu schlecht in demHause, und so wurde die Königin beim Burgemeister ein-quartirt und die Viereck und ich jede in einem anderenHäuschen.
30. Mai.
Um 9 Uhr von Lauenburg weiter, die Stadt ist nichthübsch. Wir reisen immerwährend, begleitet von einer MasseMenschen, die sich überall erneut; es wurde heute unterwegsangehalten, um Toilette zu machen und durch das Gehöftvon Brünneck durchgefahren, was sehr hübsch ist. EineMeile vor Danzig war ein Zelt aufgeschlagen, in dem eineDeputation uns erwartete; auch Massow und der MinisterSchrvtter waren dabei. Als wir in Danzig einfuhren,donnerten die Kanonen und die Schiffe hatten alle geflaggt,die im Hasen lagen. Die Stadt ist groß und reinlich, inden Straßen wogte eine dichtgedrängte Menschenmenge, diemit Jubelrufen die Königin empfing. Wir wohnen im HauSdes Gouverneurs General Kalkreuth, der uns entgegen ge-ritten kam; seine Frau empfing uns im Hause und warganz unerträglich. Der König kam erst um 8 Uhr herein,ein bischen übler Laune von dem unaufhörlichen Vivat-Schreien, und gleich nach dem Souper ging Alles zu Bett.
31. Mai.
Gegen 2 Uhr fuhren wir nach Oliva, nachdem wirvorher die Revue der Truppen mit angesehen hatten. InOliva großes Diner; die Baulichkeiten sind wundervoll;