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Neunundsechszig Jahre am Preussischen Hofe : Aus den Erinnerungen der Oberhofmeisterin / Sophie Marie Gräfin von Voss
Entstehung
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Bninsky uns empfingen. Dann weiter nach Rogalla ausdas Gut eines Herrn von Wribidoff, der jedoch nicht an-wesend war und wo wir übernachteten. Das Haus warsehr hübsch, aber entsetzlich unreinlich. Ein LandrathNesselersky mit seinem Neffen, der ein großer Schwätzerwar, machten die Honneurs.

13. Juni.

Um 8 Uhr weiter, reich beschenkt mit vielen hübschenBlumen. Frühstück in Pultusk, wo der Bischof unsempfing. Weiter nach Sternice, wo ein alter Graf Coro-ninsky uns mit Obst bewirthete, endlich nach Jablona,einem reizenden Schloß, das dem Fürsten Poniatowskygehört. Leider fing es hier an zu regnen. Der König kamvon einer anderen Seite ebenfalls an; wir fuhren nun mitihm zusammen weiter und erreichten Abends 6 Uhr ganzdurchgeregnet endlich Warschau. Wir fuhren durch Praga,dessen Anblick herzzerreißend ist; man steht nur Trümmerdort. Warschau selbst, scheint recht stattlich und schön zufein, das Schloß ist besonders groß und ungemein gut ein-gerichtet und möblirt. Nachdem die Herren, die uns hierempfingen, der Königin vorgestellt worden waren, zog siesich zurück. Die Radziwill kam zu mir; ihr Sohn, derPrinz von Oranieu, Voss und Hoym sind auch hier; mansoupirte um 8 Uhr und ward um 10 Uhr entlassen.

14. Juni.

Den Morgen viele Visiten, Diner von 72 Personen,dem auch die Prinzessin von Württemberg, die Radziwill,die Ostrowa und noch 5 Damen beiwohnten, deren Namenich nicht mehr weiß. Nach 5 Uhr Cour zur allgemeinenPräsentation. Nicht nur die Herren, sondern auch die Damen