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Neunundsechszig Jahre am Preussischen Hofe : Aus den Erinnerungen der Oberhofmeisterin / Sophie Marie Gräfin von Voss
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Königin ab. Wir hatten kein Diner unterwegs, aberfrühstückten unter einem Zelt beim Grafen Lubinsky, woauch alle seine Verwandten waren, deren Namen ich° nichtmehr weiß. Von da an fuhren wir den ganzen Tag immerweiter, überall auf unserem Wege festlich begrüßt, mitErfrischungen, mit Ehrenpforten, Deputationen und Blumen-fpenden erfreut und empfangen. Bei Radziwill's angelangt,der uns mit seinen vier Söhnen schon weithin entgegengekommen war, fanden wir eine schöne Kollation. Nach demEssen fuhr man nach Arkadien, einem entzückenden Aufenthalt,wo ein Tempel von Krystall für die Königin erbaut wordenwar. Mitten im See war eine reizende kleine verzauberteInsel, an seinen Ufern ein Gehölz voller Spazierwege,Monumente, Wasserfalle, Grotten und Ueberraschungen ohneEnde. Wir soupirten spät und reisten den

19. Juni

UM neun Uhr früh weiter nach Petrikau. Auch heuteüberall unterwegs empfangen von Deputationen, Musik,Fahnen und Blumen im Ueberfluß. Das Städtchen Petrikauist nicht übel; wir soupirten früh und blieben hier überNacht.

20. Juni.

Um neun Uhr wieder in den Wagen und erst umacht Uhr Abends in Celtitscheff bei einem polnischen Starosten,Namens Bettri, angelangt. Hier sprach fast Niemand deutsch,es war langweilig und unreinlich.

21. Juni.

Dem Himmel gedankt, als wir um neun Uhr weiterkonnten. Diner in Kempen, wo die Juden, die hier überalldie Hauptrolle spielen, eine hübsche Tafelmusik besorgt hatten;