244
und man soupirte wie gestern. Die Königin sah wunder-schön aus.
12. Juni.
Die Königin wieder zu Pferde bei dem Manöver. ZuTische kam noch der Portugiesische Gesandte in PetersburgsChevalier Nizza, der ein sehr angenehmer Mann ist. Abendswar ein Ball, den die Bürgerschaft gab, und wo eine solcheHitze und ein solches Gedränge war, daß man fast erstickte.Beim Souper saß ich neben dem Kaiser; er ist ausgesuchtliebenswürdig für mich und ich muß sagen, er ist wirklichsehr angenehm und hat ein herzgewinnendes Wesen.
13. Juni.
Ich blieb den Vormittag bei der Königin, die wegen derHitze nicht hinausgeritten war; der Kaiser kam bald zu ihrund war so gnädig und liebenswürdig als nur möglich.Großes Diner. Abends ein kleiner Ball beim König miteinigen vornehmen kurländischen und polnischen Damen, diedazu gekommen waren. Ich tanzte eine Polonaise mit demKaiser.
14. Juni.
Zum ersten Frühstück allein mit den Majestäten. NachTische bekam die Königin einen Anfall von- Brustkrämpsen,die sie noch nie im Leben gehabt hat, ich glaube in Folge dergroßen Hitze. Der Prinz Alexander von Württemberg kaman. Abends ritten die beiden Majestäten; die Königin, diePrinzessin von Württemberg und ich fuhren zum Leucht-thurm hinaus.
15. Juni.
Die Königin Gottlob wieder Wohl. Ich war allein mitden Majestäten den Morgen über und auch beim Diner, der üb-