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Sie wurde im Juni dieses Jahres von den Aerztennach Pyrmont geschickt und reiste diesmal ohne den König,nur von der Obersthosmeisterin und den anderen Personenihres Hofstaates begleitet. Sie brauchte die dortige Heil-quelle mit einer rührenden Gewissenhaftigkeit und Pünktlich-keit, um daß, wie sie sagte, „der Zweck der ihr so schmerz-lichen Trennung von dem König und ihren Kindern, zu dersie sich sehr schwer entschlossen hatte, nicht ungenügt ver-gehen sollte!"
Die Obersthosmeisterin erzählt von diesem Aufenthalte:
„Hier in dem ungezwungenen geselligen Kreise der Bade-gäste ward meine geliebte Königin wahrhaft angebetet vonAllen, Allen, die sie sahen; — Sie vergaß sich nie, auchnicht auf einen Augenblick; aber bei dieser rührend sanftenund doch so erhabenen Würde, die sie nie verließ, war ihrWesen doch heiter, ja fröhlich, und ihre immer gleiche freund-liche Stimmung machte das Dasein Allen leicht und be-glückend, die mit ihr lebten. — Vor Allem, wenn sie Briesevom König oder von ihren anderen Angehörigen erhielt, warsie von einer strahlenden Freude und beeilte ihre Rückkehrauch so viel als möglich, um nur zum Geburtstag des Königswieder mit diesem vereint zu sein. Das Bad that ihr sicht-lich gut. Ihre Freude bei dem endlichen Wiedersehen mit demKönig, der ihr bis mehrere Meilen hinter Potsdam entgegenkam, war wahrhaft rührend".
Kaum zurückgekehrt, mußte die Königin zu ihrem Schreckenerfahren, daß der Krieg gegen Frankreich beschlossen, daßauch schon die Rüstungen beinahe beendet und die Armeemarschfertig sei. Allerdings hatte sie bereits in Pyrmontden Schmerz über die Abschließung des Rheinbundes und