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Neunundsechszig Jahre am Preussischen Hofe : Aus den Erinnerungen der Oberhofmeisterin / Sophie Marie Gräfin von Voss
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nigsm und Maiiteuffel kamen dann zur Königin und siebehielt sie lange bei sich. Um 4 Uhr fuhren wir fort, miteiner Eskorte der Oarcle <Iu Oorps über die fliegenden Brücken,waren um 5 Uhr in Tilsit und stiegen in dem Quartier desKönigs ab. Eine Viertelstunde später kam Napoleon; ichempfing ihn mit der Gräfin Tauenzien am Fuße der Treppe.Er ist auffallend häßlich, ein dickes, aufgedunsenes, braunesGesicht, dabei ist er korpulent, klein und ganz ohne Figur,seine großen runden Augen rollen unheimlich umher, derAusdruck seiner Züge ist Härte, er sieht aus wie die In-karnation des Erfolges. Nur der Mund ist schön geschnittenund auch die Zähne sind schön. Er war äußerst höflich,sprach sehr lange Zeit allein mit der Königin und dannfuhr er fort. Gegen 8 Uhr begaben wir uns zu ihm, daer aus Rücksicht für die Königin sein Diner früher bestellthatte. Während der Tafel war er sehr guter Laune undsprach sehr viel mit mir. Nach Tische hatte er eine langeKonversation mit der Königin, die auch ziemlich zufriedenmit dem Ergebniß derselben war. Gott wolle geben, daßes zu Etwas hilft. Wir kamen um Mitternacht nach Pick-tupönen zurück, dann kam noch der Großfürst Konstantinmit seinen Adjutanten zur Königin. Es war eine schrecklicheUnruhe und Durcheinander; Hardenberg reiste ab, und wirkamen erst gegen Morgen in unsere Zimmer.

7. Juli.

Ich schrieb Briefe nach Memel, dann kam der Herzogvon Holstein; er ist unerträglich. Zu Tische kam derHetman der Kosaken, Platow, mit seinem Adjutanten, derzugleich sein Dragoman ist. Er ist ein ungemein großerschwarzer Mensch mit einem grundguten Gesicht, sehr ver-

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