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Neunundsechszig Jahre am Preussischen Hofe : Aus den Erinnerungen der Oberhofmeisterin / Sophie Marie Gräfin von Voss
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gefunden vor Erfurt. Beide waren zu Fuß, Alles ging mitanfcheinender Herzlichkeit und großer Artigkeit vor sich; mauhofft das Beste.

8. October.

Die Königin ist sehr in Sorgen. Es wäre doch mög-lich, daß diese Komödien in Erfurt schließlich keinen gutenEinfluß auf unseren schwachen Freund hätten?

9. Oktober.

Ich fürchte mehr und mehr, das schmeichelhafte Beneh-men Napoleon's und das unterhaltende Leben und Treibenwerden nicht günstig auf das Gemüth des armen KaisersAlexander einwirken und für unsere unglückliche Sache sehrnachtheilig sein.

13. Oktober.

Wir bekommen gar keine Nachrichten mehr aus Erfurt;ich glaube gewiß, Napoleon hat es untersagt, daß man unsschreibt — wäre das nicht mehr als abscheulich? —

14. Oktober.

Nagler kam an und brachte mir die Nachricht, daßPrinzeß Heinrich am 8. in Berlin gestorben sei; es warmir ein großer Schmerz.

20. Oktober.

Der Großfürst, der dem Kaiser vorausgereist war, kamheute an. Er spricht sehr viel, liebt die Franzosen nicht,aber schwärmt für das französische Theater; — ich traueihm nicht.

Man glaubt, der Kaiser werde morgen kommen; dieHerrschaften blieben mit dem Großfürsten unter sich. Um4 Uhr kam ein Courier um zu melden, daß der Kaiser an-komme. Alles war wie im hitzigen Fieber vor Aufregung,

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