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Güte und Gnade für mich immer derselbe bleibt. Die jungeKaiserin hat etwas reizend Unmuthiges und Sanftes imWesen und hat leider eine unglückliche Leidenschaft für ihrenGemahl den Kaiser, deren er nicht Werth ist, und was weh-müthig und rührend zugleich mit anzusehen ist! —
18. Januar.
Ich hatte heute endlich einmal einen ziemlich ruhigenMorgen. Der Kaiser und der König besichtigen jetzt jedenTag Truppen ohne Ende und dabei ist die Kälte so groß,daß man es kaum aushalten kann. Das Diner in derEremitage. — Alle Diners und Feste sind hier immerfabelhaft zahlreich und massenhaft, die Gefolge der Höfebetrugen heute bei Tafel allein 400 Personen. Abends wurdedie Tragödie Semiramis gegeben, die Georges spielte wiedervortrefflich. Ich saß zwischen Caulaincourt, der überausartig und höflich mit mir war, und der Gräfin Litta, dieeine allerliebste Frau ist.
17. Januar.
Heute ist ein Fasttag bei den Russen. Wir hattenFamilien-Diner bei der Kaiserin-Mutter. Vormittags besahich die Zimmer, wo eine Sammlung der schönsten Pelze zuEhren-Geschenken aufbewahrt wird, darunter einer vonschwarzem Fuchs für meine Königin, und wo ebenfalls dieGeschenke an Diamanten, Tabatiören, Ringen und ander-weitigem Schmuck sich befinden, aus denen der Kaiser selbstauswählt, was er den Bevorzugten giebt. Dann war ichin einigen russischen Kaufläden und in einem englischenGewölbe, kaufte Allerlei und war schließlich todtmüde.
18. Januar.
Heute fand die große Feierlichkeit der Fahnen-Weihe