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herrschen, die Berliner möchten alle ausrücken und mit denÖsterreichern in's Feld ziehen, aber es ist leider noch nichtder Augenblick gekommen, wo es sür uns möglich ist, unszu erheben; wir würden jetzt nur ein neues Unglück über unsheraufbeschwören.
8. Mai.
In Kassel ist unter einem Oberst Dörnberg eine Er-hebung versucht worden; man hatte sie verrathen und sohaben sie leider zu früh losschlagen müssen, ehe sie mit ihrenVorbereitungen fertig waren; Gott wolle ihnen helfen! —
Baron Moltke kam heute aus Petersburg hier an undsagt, es sei unwahr, daß Rußland sich gegen Oesterreich er-klären werde; man dürfe so Etwas von dem Kaiser nichtglauben, auch das russische Volk würde es einfach nicht leiden.
4. Mai.
Keine Nachrichten! Es heißt, Jörome sei in Cassel ein-gesperrt durch die Aufständischen; Schill ist aus Berlin mitseinem Husarenregiment verschwunden; man fürchtet, umirgend eine große Unbesonnenheit zu begehen. Gott gebe,daß er wenigstens nicht seinen König dabei compromittirt,der von dem Allen nichts geahnt hat.
5. Mai.
Dieser Teufel von Clairambault, der französische Ge-sandte hier, schrieb mir heute ein Billet um zu melden: DieFranzosen hätten vier Tage hintereinander die Oesterreichergeschlagen, in Regensburg wären 100 Kanonen und 50,000Gefangene genommen worden, kurz, alles Entsetzlichste undGräßlichste, wovon ich wette, daß nicht einmal der vierteTheil wahr ist. Ich zeigte den Bries den Majestäten, dieKönigin war ganz vernichtet vor Schreck; ach, und der arme