368
sogar 20 gemeine Soldaten, die Kreuze und Medaillen be-kommen hatten; das Ganze war doch sehr schön und er-greifend.
Nach Tisch ging man in den weißen Saal, wo die deko-rirten Soldaten und Osficiere von sämmtlichen Regimenternaßen, über 600 Personen. Als die Majestäten hereinkamen,wurde ihre Gesundheit ausgebracht und der ganze Saal rief:„Es lebe der König und die Königin!" wie mit einer einzigenDonnerstimme; mit einem Wort es war ein wunderschönesFest und alle Menschen waren ganz entzückt und ergriffenund ich vor Allem in der Erinnerung au die lange Ver-gangenheit und im Vergleich derselben mit der Gegenwart!
20. Februar.
Nach langer Spannung erhielt man heute endlich dieofficielle Nachricht von der bevorstehenden Heirath Napoleonsmit einer Tochter des Kaisers von Oesterreich. Ich gestehe,dies ist noch mehr als bedauernswerth oder nur betrübend!Welche Erniedrigung! — Die ewige Allmacht hat ihre allweisenAbsichten, die wir nicht ergründen und ahnen können; wirmüssen standhaft das ertragen, was sie auferlegt wie das,was sie zuläßt.
22. Februar.
Die Heirath Napoleon's ist wirklich definitiv abgemacht,Marschall Berthier geht nach Wien, die Erzherzogin wirddurch Prokuration getraut, — nein es ist wirklich zu schrecklich!
23. Februar.
Geburtstag der Prinzeß Alexandrine. Ich schenkte ihreine hübsche Puppe und eine Schärpe und sämmtliche König-lichen und Prinzlichen Kinder aßen mit bei Tafel und ver-gnügten sich dann sehr heiter.