Mehrbändiges Buch 
Patriotische Phantasien / von Justus Mösre ; Herausgegeben von seiner Tochter J. W. J. v. Voigt, geb. Möser
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Gedanken über den Verfall

ach den Seestädten geschickt hatte? Und verkauft manlins nicht unser eigen Geld? Erst schnellen uns die See-städter um die Waare, und nun plündern sie unsernBeutel. Kann nran sich etwas schimpflichers vorstellen,und würde nicht ein Kind aus der alten Hanse sagen:wir hätten allen Verstand verlohren?

Dies ist aber die Sache nur noch von einer Seite;von der Seite, wie wir unsere eigene Producten undManufakturen durch die Hände der Seestadter los wer-den, betrachtet. Nimmt man nun auch vollends dieandere, wie wir unsere Bedürfnisse, und den sogenann-ten nothwendigen Ueberfluß aus fremden Ländern er-halten, hinzu: so vermehret sich der Schade der Land-städter nach dem Maaße- als die Einfuhr die Ausfuhrjetzt überwieget. Unsere Vorfahren im HansischenBunde, da sie an den Enden der Welt ihre Factoreyenhatten, erhielten nothwendig alles ohne Mittel undaus der ersten Hand. Sie kauften die Heringe nichtvon den Holländern; ihrFactor zu Bergen ließ sie selbstfangen. Sie kauften den LeinsaaMen nicht «M Osternzu Bremen, sondern im Herbst von dem Landmanne anDem Orte, wo er wächst, oder doch wenigstens auf demMarkte zu Riga oder in Mau. Jeder Kaufmann, derin einer Hansestadt wohnte, ließ den Thran bey seinerFactorey in Bergen sieden, seine Fische daselbst salzenoder trocknen, und die Kaufleute der Stadt Soest *)hakten so vieles für eigene Rechnung auf der See, däßes ihnen der Muhe verlohnte, besondere Freyheitsbriefevon dem dänischen Monarchen zu nehmen- Wo aberist jetzt öek Geist einer gleichen Untexnehmnng? Wieviele find in der Hanprstadt, die nur einmal den Reisaus England ziehen? und gleichwohl schickt ihn der

Eng-

S. !n «»»at. mec>. ,evi. S. H7.