§2
Die. Spinnstube, '
wennihnen die allezeit in einerley Gemüthsuniform er-scheinende Hoflence Langeweile verursachet, sich oft meinem Bauernhause gelobet, und ihren getreuesten Un-terthanen unerkannter Weise zugetrunken haben.
. .Und Sie wollten dieses verwerfen?- versetzte Se--,lindens Vater mit emem- edlen stnwuthe. Sie wollten;eine Handlung lächerlich machen, welche ich für diegnädigste des Königs halte? Komme» Sie, fuhr er,fort, ich habe hier noch. ein Buch, welches ich oft lese. -Dieses ist Homer. Hier hören Sie (und in dem Au-genblick las er die erste Stelle, so ihm in die Handfiel):', der alte Nestor zitterte ein wenig,aber Hector kehrte sich an nichts. Welcheine natürliche Schilderung, rief er aus? Wie sauft, .wie lieblich,, wie fließend ist diese Schattirung in Ver- .gleichuNg solcher Gemälde:, worauf der Held in, einemeinfarbigen Purpur steht, den Himmel über sich sin-^stürzen sieht, und den Kopf an einer poetischen Stanzeunerschrocken in die Höhe hält? Wodurch war aberHomer ein solcher Maler geworden? Warlich nicht da-durch, daß er alles in einen prächtigen aber einformi- ,gen Modeton gestimmt, und sich in. eine einzige Art^von Nasen verliebt? Nein, er hatten» seiner.Zeit dieNatur überall, wo er sie angetroffen, studiert. Er.war auch unterweileu in die Dorfschenke gegangen, und .der schönste Ton seines ganzen Werks ist dieser, dqß s,er die MannichfaltigKit der Natur in ihrer wirklichen .und wahren Größe schildert, und durch übertriebene ^Vergrößerungen oder Verschönerungen sich nicht in Ge-,.fahr setzt, statt hundert Helden nur einen zu behalten.,^Er ließ der Helene ihre stumpfe Nase, ohne ihr Ver-schönen Hügel darauf zu setzen; und Penelopen ließ ,er in der SpinnstUbe die Aufwartung ihrer Liebhaberempfangen.