Mehrbändiges Buch 
Patriotische Phantasien / von Justus Mösre ; Herausgegeben von seiner Tochter J. W. J. v. Voigt, geb. Möser
Entstehung
JPEG-Download
 

Also ist das Branteweintrinken zu rc. iLL

teil, wie man die Police» noch glücklicher Weise auf hemReichstage behandelte/ und Handel und Wandel zwischengemeinen Reichsunterthancn nicht aus jedem Cabinettesperrcte, noch wenig in Gebrauch gewesen. Auch in.desErzstifts Cälln Reformation, wo doch beyGelegenheit des Ingwers der gute Rath ertheilet wird:

doch sehen wir für nützlicher nnd besser an, daß sichunsre Unterthanen mit dem Gewürze ihrer Garten zuspeisen begnügen lassen,

S. 74. in der Ausgabe v. 1557.

imgleichen, der Hansmann solle sich mit den Tüchernbinnen Landes gemacht, begnügen lassen,

S. 7 Z.

und des Branteweins gewiß gedacht seyn würde, findetman nichts davon. Es wird darin» den Amtleuten blosgeboten, dahin zu sehen, daß keine Weinkäufe (welche jetztzu Register gebracht werden, damals aber vertrunkenwurden) genommen; die Wein.- und Bierhäuser an Sonn-und heiligen Tagen nicht eher als Nachmittags geöffnetund des Abends mit Sonnenuntergang wieder geschlossen;Die Zechen nicht über einen halben Gulden geborget, dieWinkelschenken abgeschaffet, und von den Predigern ge-gen das Zutrinken als eine dem Menschen an seiner Seelund Seligkeit, Ehren, Nahrung, Gunst, Vernunft undMannheit schädliche Sache, fleißige und ernstliche Pre-digten gehalten werden sollten. Wäre der Brantewei»damals so häufig wie jetzt getrunken worden: so würdeman unfehlbar auch dawider geeifert haben.

Allein in dem vorigen Jahrhundert fiengen die Kla-gen gegen dasselbe desto häufiger an, und man begehrte:

daß dem überhandnehmenden Branteweinsbrennenmit Zuschlagung der Kessel zu wehren, und besondersin Zrsvswiuibus ümunm vom Z0. Nov. 1695. daß

nach-