Mehrbändiges Buch 
Patriotische Phantasien / von Justus Mösre ; Herausgegeben von seiner Tochter J. W. J. v. Voigt, geb. Möser
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56 Etwas zur Policey der Freuden rc.

wenn weine Wünsche erfüllet werden sollten. In dem-selben würde das Erste seyn, daß in einem gewissen zubestimmenden Distrikte nur eine einzige Schenke gedul-det, diese gehörig und geräumig eingerichtet, und mitallem versehen seyn sollte, was vernünftige Landleureergötzen könnte. Der Wirth sollte seine Vorschrift ha-ben, was er geben und nicht geben dürfte; der Tagzur Lustbarkeit sollte bestimmt, und an demselben immerdie nöthige Hülfe, um Unordnungen zu steuren, beider Hand seyn. Außer dem bestimmten Lage undeinigen andern, die noch näher bestimmet werdenkönnten, sollte der Wirth gar keine Gaste setzen dürfen.Die Spiele sollten bestimmt und angemessen seyn. Dreialte Mäuner sollten des TageS Richter seyn, und allesentscheiden können, was der Ceremonienmeister ander-wärts entscheiden kann. Wer sich denselben widersetzte,sollte sofort der in der Nähe stehenden Amtshülse über-geben ; der betrunkene Mann durch sie gegen ein gewis-ses Botenlohn sofort nach Hause gebracht, und die be-trunkene Frau vor ihrer Heimführung öffentlich aus-geklarscht werden. Auf diese Weise glaube ich, daßdie vielen und verderblichen Winkelschenken geschlossen,das beständige Leben im Wirthshaus« aufgehoben, derMann, der die Erholung am Mehrsten verdient, zumbesten Genuß einer ordentlichen Freude verhelfen, undüberhaupt mit der Zeit ein besserer Nationalgeist erzie-let werden könnte. Dabei verstünde eS sich von selbst,daß a» diesen Tagen alle Frohnen und Bauerwcrkeaufhören, und dieselben also gewählet werden müßten,damit keine eilige Arbeit dadurch aufgehalten würde.