66 Also sollte man d?e Einimpfung
wo diese alle von Stande sind, und Wappen nndNamen fortfuhren wollen! Was für Stifter werdenda anf Kosten des gemeinen Fleißes errichtet werdenmüssen, um alle die Fräulein zu versorgen? Wasfür Armeen werden gehalten, und wie sehr wird derHofstaat und die Dienerschaft vermehret werden müs-sen, um jedem Sohne wenigstens eine Compagnieoder einen andern Dienst zu verschaffen? Und waswird bei dem allen aus den Erbherm werden, diejedes Mal ein Dutzend Schwestern und Bruder abzu-steuren und zu versorgen haben?
Ein anders wäre noch, wenn die Vorsorge blosauf den Bauerstand ginge! Denn wenn dieser sich zusehr vermehrt: so kann man ihn noch aufs Schlacht-feld führen, und mit Cartätschen darunter schießenlassen. Aber so wird dieser gar nicht ein Mal genö-thiget, sich der Inokulation zu unterwerfen, ohner-achtet unlängst die natürlichen Blattern in einemKirchspiele 73 Kinder Gott gefällig weggerafft- ha-ben; man überläßt ihn seinem Vorurtheile oderder Natnr, und was diese nicht mütterlich weg-nimmt, wird durch jene aufgerieben, gerade als wenner allein das Recht hätte, nach seinem Kopse zuhandeln.
Zwar giebt es auch Mittel, die Vornehmer» aufdem Bette der Ehre sterben zu lassen; und die großenHerrn werden schon dafür sorgen , daß es hiezu nichtan Gelegenheft mangle. Allein dadurch wird denMädchen nicht geholfen, sondern nur die Ungleichheitbeider Geschlechter wider die göttliche Ordnung ver-mehrt. Für diese wäre es also besser, wenn sie, sowie bisher, zur Hälfte in ihren unschuldigen Kindcr-jahren, ehe sie wissen, was es in der Welt giebt,
von