rZ4 Von den Militär - Ehen der Engländer.
es versuchen wollte, würde dafür seinen, oder wenner klagte, seines Hauptmanns Zorn empfinden.
Wenn er ihrer müde ist, so verkauft er sie, je-doch mit ihrem guten Willen, einem andern; unddieser schützt sie eben so wie der vorige, so daß sieniemals verwildern kann, und immer ihren Beschüt-zer hat. Sobald sie Niemand will, muß sie die Ar-mee verlassen. Uebrigens ist der Engländer gern Va-ter, und liebt sein Kind; daher es nicht leicht ge-schieht, daß er ein schwangeres Weib von sich laßt,oder für sein Kind nicht sorgt.
Ledige Weibspersonen, die sich einem jeden ohneUnterschied überlassen: sind vielfältig von der. bösenSeuche angesteckt, die manchen guten Kerl ins Hospi-tal bringt. Dieses hat man aber von jenen Wei-bern, die aus einer guten Hand in die andre gehen,nicht leicht zu besorgen; und dieses ist wahrscheinlichder Grund, welcher die Engländer genöthigt hat, dieseArt von Ehen jedem andern Nothmittel vorzuziehen.
Vermuthlich sind sie bei ihren weiten Seereisendarauf verfallen: die echten Weiber der Soldatenmöchten ihren Männern darauf nicht folgen, unddiese auch dieselben allen Gefahren und allen Versu-chungen nicht bloß stellen wollen. Andre Nationenhingegen haben mehr in ihrem Lande, oder auf dessenGränze gefochten, und sie konnten ihre Weiber ehermitnehmen; daher sie nicht, wie die Engländer, auszweien Uebeln zu wählen hatten. Mir ist es wenig-stens nicht bekannt, daß irgend eine andre Nationdergleichen Militairehen öffentlich dulde, und wennes erfordert wird, schütze. Sie sind aber alle Maleine feinere Erfindung, als die öffentlichen Häuser,die in andern Landern, unter'einer besonderen Auf-sicht der bürgerlichen und medicinischen Policey, geduldet
und