Mehrbändiges Buch 
Patriotische Phantasien / von Justus Mösre ; Herausgegeben von seiner Tochter J. W. J. v. Voigt, geb. Möser
Entstehung
JPEG-Download
 

1Z7

nur eine bessere Form geben.

Zweikampf erforderte, und er denselben nur aus demGrunde gebilliqet hatte, daß ein Mann von Ehre auchin einem zweifelhaften Falle seine Genugthuung mitdem Degen suchen müßte. Der General gab beiden,so wie fie ankamen, Arrest, versammlete sämmtlicheOfficiere vvm Regimeme, und trug ihnen den Fall vor,so wie ihn diejenigen, die bei dem Streite gegenwärtiggewesen waren, bestätigten. Alle erkannten einmürhig,daß die Sache durch eine Erklärung des Beleidigersgehoben werden könnte; und wie dieser sich dazu aufdas freimüthigste erklärte, umarmeten sie sich beide,und die sämmtlichen Officiere, vvm General an bis auf denjüngsten Fähnbrich, umarmten jeden von ihnen, zumBeweise, daß sie dieselben für Männer von Ehreerkenneten.

So endigte sich diese Sache, und ich bin gewiß,daß die Hälfte von allen so geendlgt werden könnte,wenn der Zweikampf wieder erlaubt, und es nur umter der strengsten Strafe verboten würde, daß keinerdergleichen eingehen sollte, ohne Vorerkerwruiß des Rc»giments. Hiedurch würden alle zweifelhafte Falle, wel-che gewiß die Hälfte, wo nicht zwei Drittel ausmachen,sofort wegfallen, und wie leicht können vernünftige Oftficiere, wenn sie wollen, eine Sache so stellen, daß siezweifelhaft scheine.

Dagegen aber würde ich auch ein Gesetz fordern:daß, sobald das Regiment auf den Zweikampf erken-nete, beide Theile so lang« kämpfen sollten , bis einerauf dem Platze bliebe; um der Leichtfertigkeit, womitmanche zum Degen greifen, und sich wieder ihre Ab-sicht unglücklich machen, einigen Einhalt zu thun.

Uebrigens glaube ich nicht, daß man jemals beiden nördlichen Völkern, die von jeher den Zweikampfgestehet, und auch eben so laüge den Meuchelmord

verab«