154 Vorschlag zu einem neuen Plan
Schicksale erzählt, webet man die Geschichte des vonihr gestifteten Reiches mit ein. Beide Methoden habenunstreitig ihren Werth, und fast möchte ich sagen, daßsie für den Anfänger, der durchaus ein richtiges undlebhaftes Gefühl der Zeikordnung haben m»ß, worindie Begebenheiten vorgefallen find, die besten sind Alleinder Kenner, der nun ein Mal Zeichnung und Ordnungversteht, und endlich ein wohl ausgeführtes Ganze zusehen wünschet, findet dabei sein Vergnügen nicht; undder Hvfmann, der immer erst emen langen gothischenKlvstergang durchwandern soll, ehe er in das CabinetdeS P/älaten kömmt, verliert oft unterwegens seinebeste Laune; dabei wird sich der arme Geschichtschreiber,wenn er anders ein Mann von Geschmack und Gefühlist, nie genug thun können; die Gallerte ist zu lang,und wenn er auch die beste Wahl unter den Begeben,heilen trifft, die er darin schildert: so wird sie ihmdoch nie alS ein großes Ganze gerathen. In der Epo,pee hat man daher längst einen andern Weg genommen,und, der Einheit oder einem vollständigen Ganzen zugefallen, mit dem Helden desselben angefangen, sodannaber das Vorhergegangene auf eine geschickte Art ein,geflochten.
Den Vortheil dieser Methode brauche ich Kennernnicht zu sagen; jeder von ihnen hat ihn längst gekanntUNd gefühlt, und Robertson hat ihn.in allen Ge,schichten, die er unS geliefert hat, gebraucht. SogarMallet fing die Braunschweigische Geschichte mitHeinrich dem Löwen an, und holte den Ursprung derGuelfen nach. Allein in der allgemeinen deutschen Ge,schichte hat noch keiner, so viel ich weiß, eine so glück,liche Epoche zu wählen und zu nutzen gesucht.
Gleichwohl liegt es einem jeden klar vor Augen,daß sich mit dem Landfrieden von 1495 ein ganz neues
Reich