ÜN seinen Nachbar mit der Gerichtsbarkeit. 169
Rathgeber befindet. Aber indem sie so vermuthen undwir uns so stellen: so haben die schlauen Vogel' inder Stadt ^ ihren Spuk mit uns, und anstatt dieGerste ins Brauhaus zu fahren, fahrt der Knecht siezum Advoraten.
In Ansehung der hohen Gerichtsbarkeit gabenSie selbst gestern Abend ziemlich nach, wie ich Ihnenvorrechnete, was eine Inquisition und Execution ko-stete, wenn Ihnen auch der Landesherr sein ganzesInventarium, welches sie, doch eigentlich selbst haltenmüßten, dazu liehe; Sie fanden etwas Widerlichesdarin, keine halbe Stunde weit jagen zu dürfen, ohnein eine neue Herrlichkeit zu kommen, und auf demBoden derselben sofort ihren Halsherrn anzutreffen;und es schien Ihnen weit , bequemer, daß man fürhundert Herrlichkeiten nur-ein wohlbesetztes Oberge-richt, nur einen Land-Physieus, nur einen.Land-Chi-rurgns, nur einen Scharfrichter, nur ei» Gefängniß,und nur eine Marterkammer .hälts: als daß jede Herr-lichkeit alle diese Stücke, und wahrscheinlich von min-drer Güte, besonders unterhalten müßte. Sie liebtenes nicht, auf jedem Kreuzwege einen Galgen zu finden,und glaubten die Fremden würden ein Land barbarischnennen, worin es so fürchterlich aussähe. Sie fühl-ten endlich, daß das einzige Obergericht auf demselbenGrunde bestehe, worauf unser Stadt-Brauhaus steht;nämlich daß es mehrere Herrlichkeiten zusammen hal-ten, damit nicht jeder nöthig habe, dergleichen fürsich allein zu unterhalten; daß die Wahl so wie dieBeeidigung des Braumeisters um deßwillen der höch-sten Obrigkeit überlassen sey, damit nicht hundert Köpfemit ihren hundert Sinnen das Ding aste Augenblickverwirren möchten; und dgß die Brau - Ordnung, oderwenn Sie wollen,-die Gerichts - Ordnung das Haupt-werk