Mehrbändiges Buch 
Patriotische Phantasien / von Justus Mösre ; Herausgegeben von seiner Tochter J. W. J. v. Voigt, geb. Möser
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der Landbesitzer« szi

so lange gewährt/ als der Lehndtenst; und so wie die-ser aufhörte, suchte der Adel sich durch Fideicommissegegen die Folgen jener Zeiten wieder in den Stand zusetzen, worin er war, als er noch ohne Lehnspflichtund von seinem Erbgut« im Harnisch diente. Denndie öffentlichen Gesetze, die zur Heerbannszeit gegebenwaren, und die man erst in den neuern Zeiten als alteUeberbleibsel wieder gesammlet hat, waren lange ver-dunkelt; und der Geist des Lehnwesens mußte erst Wie-der erstickt, die Köpfe der römischen Nechtsgelehrtenmußten erst wieder »«geschaffen, und die Vortheile,welche jeder Staat an der Erhaltung seiner großen undkleinen Landbesitzer hat, mußten in ein ganz neuesLicht gesetzt werden, ehe eine allgemeine Aufmerksamkeitzu erwarten war. Was aber jedermann durch Majorateund Fideicommisse verordnen kann: warum sollte diesesnicht durch allgemeine Gesetze verordnet werden können ?Es ist eine armselige Politik, Familien r Fideicommissezu Erhaltung der Stammgüter zu begünstigen; einemVater zu erlauben, seinen Nachkommen, die er wohlsegnen aber nicht zahlen kann, bis ins tausendste GliedGesetze zu geben, und doch nicht das Herz zu haben,allgemeine Wahrheiten hieraus zu ziehen. Unsere Vor-fahren, welche blos von der Natur geleitet wurden,hielten jeden Hof für Stammgut; und Stammgut wa-ren auch die zwölf Höfe, wovon zu Carls des GroßenZeiten einer im Harnische diente. Man kann also im-mer wieder die jüngern Söhne von der Gleichtheilungausschließen , und dieselben dahin bringen: daß sie sich,wie die Töchter, mit einer billigen Versorgung undeiner standesmaßigen Abfindung begnügen müssen.

Aber wie, wenn man sich nicht darüber vereinigenkann, was eine billige Versorgung, eine siandesmaßtgeAbfindung, und ein ziemliches Ehegeld sey? Wenn der

Landes»