Mehrbändiges Buch 
Patriotische Phantasien / von Justus Mösre ; Herausgegeben von seiner Tochter J. W. J. v. Voigt, geb. Möser
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Der Freikauf. Zrg

Stelle fandund wann dann noch so viel Holz gehauen,so vie.l Länderei von unserm Hose versetzt, und alles,was im Hause überflüssig ist, losgeschlagen werden soll,so bekommst du gerade nichts mit^mir, und ich kannin die Welt gehen, um mein Brod zu betteln. O Hen-rich, Hsnrich! wir müssen diesen Freikauf hintertreiben,oder du und ich .sind unglücklich, unwiederbringlich un-glücklich, mit ledigen Händen laßt sich nichts anfangen.

Das läßt sich freilich nicht — erwiederte Henrichganz ernsthaft—und aus unsrer Heurath kann nichtswerden, wenn du kein Geld hast; mein Gutsherr wirddich nicht annehmen, und ich muß Geld freien, wennich meinen Hof erhalten soll- Aber ist es denn schonso ganz richtig mit dem Freikauf? Und ist das Geld,was angeliehen werden soll, schon gezählet? Keines vonbeiden — versetzte sie eiligst. Mein Vater hat acht TageZeit genommen, um das Geld zu schaffen, und Mor-gen will er zu den Leuten in der Bauerschast gehen,die es haben und leihen sollen. Es ist also noch mög-lich, daß wir alles rückgängig machen, wenn wir ent-weder einen andern aufbringen, der für uns und un-sern Hof dem Gutsherrn mehr bietet, oder aber dieLeute bereden können, unserm Vater kein Geld zu lei-hen. Gehe du Morgen zu diesen, und mache sie bange;ich will indessen sehen, ob ich den Wasenmeister in un-serm Dorfe, der Geld wie Heu hat, bewegen kann,daß er unserm Gutsherrn einhundert Thaler für mei-nen Vater mehr biete. Ist es doch heut zu Tage so,daß ein Bauer den andern kaufen kann; und der Wa-senmeister, der sein Camisol mit Golde besetzt hat, istdoch auch ein ehrlicher. Mann.

Beide flogen nun eiligst aus einander, und das Ge-rüchte sagt gar, daß sie sich nicht ein Mal eine guteNacht zugerufen hätten, so sehr hatte ihre Liebe gegen

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