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ward keine Gehülfin gefunden, die um ihn wäre. Da ließGott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen,und er entschlief. Und nahm seiner Rippen eine und schloßdie Stätte zu mit Fleisch. Und Gott der Herr bauete ein Weibaus der Rippe, die er dem Menschen nahm, und brachte sie zuihm. (Nicht nahm er sie aus der Nähe des Hauptes, oder derFüße, sondern des Herzens). Da sprach der Mensch: das istdoch Bein von meinen Beinen und Fleisch von meinem Fleische.Man wird sie Männin heißen, darum daß sie vom Manne ge-nommen ist. Darum wird ein Mann seinen Vater und seineMutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werdensein ein Fleisch. Kap. 1, 28. Und Gott segnete sie und sprachzu ihnen: seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde,und machet sie euch Unterthan. D. 29. Sehet da, ich habeeuch gegeben allerlei Kraut rc. rc. zu eurer Speise (V. 20) undallem Thier auf Erden rc. rc., daß sie allerlei grün Kraut essen.Aus dem Pflanzenreiche sollten sich Mensch und Thier nährenim Stande der Unschuld, von dem es auch heißt: (Kap. 2, 25)Und sie waren beide nackend, der Mensch und sein Weib, undschämten sich nicht. (Kap. 1, 31.) Da ward aus Abend undMorgen der sechste Tag.
(Kap. 2, 2.) Und also vollendete Gott am siebenten Tageseine Werke und ruhete; (V. 3) und segnete den siebenten Tag undheiligte ihn. Wer wollte den Sonntag nun nicht auch heiligen?
Der dreieinige Gott als Schöpfer wird schlechthin Gottgenannt; sofern Gott aber zum Menschen in ein näheres Ver-, hältniß tritt, wo Mosis angiebt, wie der Mensch erschaffen undwozu, und wie Gott zu ihm grade in ein viel innigeres Ver-hältniß tritt, als zur übrigen Natur, da nennt Moses ihn Gottden Herrn. Gott ist für die übrige Natur auch ein Herr, aberdie liebt und ehrt ihn nicht aus freiem Herzen als Herrn.Christus, Gott der Herr, ist in Beziehung zum Menschen schonim alten Testament der Mittelpunkt aller Verheißungen, An-drohungen und Strafgerichte. Lieben und ehren aus freiemHerzen soll der Mensch Gott den Herrn. Und wie beseligt istschon hienieden der Mensch, der zu Gott, „mein Gott undmein Herr" sagen darf! Zu den Seinigen hat uns Gott ge-schaffen; daß wir es doch bleiben mögten!